Lichterfest mit Rockkonzert der neuen Philharmonie lockt 7500 Besucher an

Kultiges Pflichtprogramm

Anzünd-Marathon: 40 Vereine und Gemeinden arrangieren 70 000 Lichter zu Motiven. Foto: schuba

Offenbach – Es ist ein Happening, das unverzichtbar zum Offenbacher Sommer gehört: Wie schon in den Vorjahren strömen am Samstagabend rund 7500 Besucher in den Büsingpark und lassen sich in lauer Sommerluft beim diesjährigen Lichterfest verzaubern – mit einem wuchtigen Konzert der Neuen Philharmonie Frankfurt und 70 000 flackernden Lichtern, die den Park mit fortschreitender Dämmerung in heimelig-magische Stimmung tauchen. VON JAN SCHUBA

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Fast 40 Vereine haben sich dieses Mal im Büsingpark ausgebreitet und gestalten aus den Lichtern in den roten transparenten Bechern Motive auf den Grünflächen. Dabei haben sie sich dem musikalischen Motto verpflichtet, das durch die Neuen Philharmonie geprägt wird: „Symphonic Rock“.

Beim Anzünden leistet an manchen Plätzen der Wind zunächst noch hartnäckig Widerstand. Aber pünktlich zum Beginn gibt sich die Brise geschlagen und musikalische Motive wie Notenschlüssel oder Umrisse von Musikinstrumenten strahlen. Zahlreiche Vereine stellen sich auch mit leuchtendem Schriftzug oder Logo als Kerzenmosaik vor.

Sowieso hat das Wetter an diesem Samstag ein gutes Gefühl für Timing: Die Wolkendecke des Tages reißt auf und leistet einen Beitrag für die Tatsache, dass sich an den Kassen lange Schlangen Kurzentschlossener bilden.

Für viele ist das Lichterfest längst zum Pflichtprogramm im August geworden, sodass der Verkauf der Einlassbändchen schon im Vorfeld ordentlich gebrummt hat. Schließlich tummeln sich, über den ganzen Park verteilt, in den frühen Abendstunden etwa 7500 Besucher auf dem Gelände. Zwar sind Plätze in den Stuhlreihen vor der großen Konzertbühne gut gefüllt, der Großteil will aber waschechtes Festivalerlebnis genießen: Dicht an dicht lagern sie auf Decken, Campingstühlen oder Kissen auf dem Rasen. Kühles Bier, kalter Weißwein und Speisen von den Ständen oder auch das mitgebrachte Picknick machen es richtig gemütlich.

So schön war das Lichterfest in Offenbach

Das Programm beginnt mit 15 Minuten Verspätung – der Grund ist allerdings erfreulich, wie Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke bei seiner Begrüßung verrät: Der Ansturm an den Kassen musste erst einmal bewältigt werden. Schwenke heißt auch noch ganz besondere Gäste herzlich willkommen: In diesen Tagen ist eine 40-köpfige Delegation aus der in der Nähe von Tokio liegenden Partnerstadt Kawagoe zu Gast. Bürgermeister Yoshiaki Kawai nimmt neben Schwenke Platz in der ersten Reihe und darf das Konzert der Neuen Philharmonie aus nächster Nähe erleben.

Und das hat es in diesem Jahr in sich: Standen bisher am Anfang immer klassische Elemente im Vordergrund, so herrschen dieses Mal härtere Klänge vor. Unter dem Dirigat von Jens Troester gibt es „Symphonic Rock in Concert“. So erleben die Festbesucher klanggewaltige Interpretationen von Klassikern und Hits von unter anderem Queen, Coldplay, Van Halen, The Who oder den Rolling Stones. Der Park bebt vor Begeisterung – die sich allerdings nicht bei allen Besuchern einstellt. Einige wenige klagen über die massive Lautstärke der Musik und ziehen sich aus dem bestuhlten Bereich für die Bühne, für die sie extra den höheren Kartenpreis gezahlt haben, zurück.

Das Gros jedoch ist angetan von dieser Mischung aus Musik, unbeschwertem Miteinander und Gemütlichkeit unter freiem Himmel. So herrscht an den Getränke und Essensständen bis in den späten Abend dichtes Gedränge. Noch dichteres Gedränge herrscht in der unglaublich langen Schlange vor den Damentoiletten – vielleicht sollte man angesichts der hohen Besucherzahl zukünftig über weitere sanitäre Anlagen nachdenken. Aber darüber hinaus hat die Offenbacher-Stadtinformation-Gesellschaft-mbH in Kooperation mit der Stadt Offenbach und dem Amt für Öffentlichkeitsarbeit wieder ein rundum gelungenes Ereignis hingelegt. Wie es eine begeisterte Besucherin im Kreise ihrer Freundinnen formuliert: „Das Lichterfest ist bei uns mittlerweile Kult.“

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