„Die Kunden haften nicht für eventuelle Schäden“

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Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Offenbach, Guido Braun

Offenbach ‐ „Ich empfehle unseren Kunden, wie auch den Kunden anderer Kreditinstitute, ihre Kreditkartenabrechnung zu prüfen und Unregelmäßigkeiten umgehend bei ihrem Berater zu reklamieren“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Offenbach, Guido Braun, im Interview mit unserem Redaktionsmitglied Marc Kuhn.

Wie sollen sich die Nutzer von Kreditkarten jetzt verhalten und wer ist betroffen?

In den vergangenen Monaten kam es in Spanien zu einem umfangreichen Kreditkartendatenabgriff. Nach unserem Kenntnisstand gibt es bei allen deutschen Banken und Sparkassen Kunden, die sich in diesem Zeitraum in Spanien aufgehalten haben und von denen wiederum ein Teil von diesem Vorfall betroffen sein könnten. Trotz der in den Medien genannten scheinbar großen Anzahl von betroffenen Kreditkarten handelt es sich nur um einen vergleichsweisen geringen prozentualen Anteil der in Umlauf befindlichen Kreditkarten. Insgesamt kann dem System nach wie vor Vertrauen entgegengebracht werden. Selbstverständlich sollen die hinlänglich bekannten Sicherheitshinweise aus der Vergangenheit auch in der Zukunft beachtet werden. Deshalb sehe ich keinen Grund, den Einsatz von Kreditkarten in Frage zu stellen.

Wie reagieren die Banken auf die Situation?

Die Sparkasse Offenbach hat, wie alle Institute der Sparkassen-Finanzgruppe, umgehend gehandelt, um mögliche Schäden von unseren Kunden abzuwenden. Zum einen werden durch eine gesonderte Umsatzprüfung der betroffenen Karten die Missbrauchmöglichkeiten wirksam minimiert. Zum anderen werden die Karten der betroffenen Kunden zeitnah vorsorglich ausgetauscht. Dies dient dazu, eventuellen Missbrauch der Daten auszuschließen. Die Kunden können gleichwohl unverändert ihre Kreditkarten zum Einkaufen und Bargeldabheben einsetzen. Die Kunden werden gebeten, nach dem Erhalt der neuen Kreditkarte nur noch diese einzusetzen und die alte zu vernichten. Die alte Kreditkarte wird nach einer kurzen Übergangszeit automatisch deaktiviert. Die betroffenen Kunden sind zwischenzeitlich über diese Maßnahme schriftlich informiert worden. Alle anderen Kunden, auch wenn diese ebenfalls in Spanien waren, sind von dem Vorfall nicht betroffen. Andere Kreditinstitute dürften in einer ähnlichen Weise reagiert haben. Unseren Kunden entstehen für den Kartenaustausch übrigens keine Kosten.

Wie erhält der Kunde zu unrecht abgebuchtes Geld zurück?

Die Kunden haften nicht für eventuelle Schäden aus diesem betrügerischen Vorfall. Dementsprechend entstehen den Kunden auch keine Schäden. Außerdem muss dieser Vorfall in Spanien nicht zwingend zu einem Missbrauch der Kartendaten führen. Allerdings kann dies derzeit auch immer noch nicht völlig ausgeschlossen werden. Ich empfehle unseren Kunden, wie auch den Kunden anderer Kreditinstitute, ihre Kreditkartenabrechnung zu prüfen und Unregelmäßigkeiten umgehend bei ihrem Berater zu reklamieren.

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