Kunst auf der Durchreise

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Endlich keine leeren Schaufenster mehr: Wo früher das Kleidungsgeschäft „Pomme“ war, ist nun zeitweise die Galerie „Superladen City“ des Bundes Offenbacher Künstler (BOK) untergebracht. Anja Hantelmann (Bild) und weitere Künstler bringen mit ihren Werken mehr Leben in die City-Passage.

Offenbach ‐ Gähnend leere Schaufenster, verlassene Läden. Die City-Passage in der Innenstadt ist in den vergangenen Monaten immer mehr verwaist. Ein Geschäft nach dem anderen verschwand aus dem zweigeschossigen Komplex an der Frankfurter Straße 39-45. Von Veronika Szeherova

Umso neugieriger auf das, was hier nun passiert, sind die Passanten, die in den Schaufenstern des ehemaligen Bekleidungsgeschäfts „Pomme“ die Ankündigung lesen: „Kunst verändert - Superladen“.  Das Konzept des „Superladens“ gibt es bereits seit 2001. Dahinter steht der Bund Offenbacher Künstler (BOK), die während eines begrenzten Zeitraums an wechselnden Orten ihre Werke ausstellen und zum Verkauf anbieten. „Die Vorweihnachtszeit ist dafür ideal,“ meint Anja Hantelmann, eine der Initiatorinnen, „denn gibt es ein schöneres und individuelleres Geschenk als ein Kunstwerk?“

Malerei, Fotografie, Zeichnung oder Skulptur

Und davon findet sich hier jede Menge - ob Malerei, Fotografie, Zeichnung oder Skulptur, ob abstrakt oder realistisch. Wer ab Sonntag, 6. Dezember, in die vorübergehend eingemietete Galerie kommt, hat die angenehme Qual der Wahl. Täglich außer montags ist der „Superladen“ bis 23. Dezember von 12 bis 19 Uhr geöffnet. Zwei Künstler vom BOK werden den Kunden beratend zur Seite stehen. Auch mit Sonderangeboten locken die Kunstmacher: „Ich mache für meine Werke immer spezielle Superladenpreise, die deutlich unter meinen sonstigen Preisen liegen“, verspricht Hantelmann.

Zusammen mit Michaela Haas hat sie sich in der Innenstadt auf die Suche nach einem leer stehenden Laden gemacht. Sehr schnell hat es dann auch geklappt, die erwünschten Räumlichkeiten zu bekommen. „Was vorher oft in der Bürokratie versandete, ging diesmal sehr unproblematisch“, lobt die Malerin. „Die Lage ist genau so, wie wir sie uns erhofft haben“, freut sich auch Leonore Poth. „Hier hat man viel Laufkundschaft, die auch mal spontan in den Laden kommt und sich dann idealerweise in eines unserer Werke verliebt“, hoffen die Künstlerinnen.

Standort wird aufgewertet

Die Mitglieder des BOK sind froh, mit dem „Superladen“ eine weitere Möglichkeit zu haben, sich der Öffentlichkeit zu zeigen. „Hier leben und arbeiten sehr viele interessante Künstler“, findet Hantelmann. Bis auf die „Kunstansichten“ gibt es ihrer Meinung nach zu wenige Plattformen, wo sie sich präsentieren können. „Mit dieser zentralen Lage in der Fußgängerzone erreichen wir eine viel breitere Öffentlichkeit“, so die gebürtige Hamburgerin, „und auch der Standort an sich wird durch professionelle Kunst aufgewertet.“

An der Präsentation in der Innenstadt beteiligen sich auch Friederike Caroline Bachmann, Katrin Köster, Johannes Kriesche, Katja M. Schneider, Gabriele Saur-Burmester und Claudia Weber.

„Superladen“ wird um 20 Uhr eröffnet

Seit 2008 betreibt der BOK eine Galerie an der Kaiserstraße 13, den „Salon 13“. „Hier ist zufällige Laufkundschaft aber eher selten“, bedauert Hantelmann. Parallel zum City-„Superladen“ wird es auch dort eine Verkaufsausstellung geben. An ihr beteiligen sich Anna-Maria Brocke-Bodemann, Hans-Jürgen Herrmann, Richard Köhler, Heide Khatschaturian, Gabriele Nold, Jon Palow, Pelusa Petzel, Ursula Zepter und Agnes Stockmann. Der „Superladen“ an der Kaiserstraße wird heute um 20 Uhr offiziell eröffnet. Dazu spricht Dr. Marcus Frings, Kurator im Haus der Stadtgeschichte.

Der BOK als Gewinner des diesjährigen Kulturpreises erhofft sich viele Besucher. Außer Ehrungen von Fördermitgliedern und Gesprächen über Kunst spielt die Band „Powerhouse Swingtett“.

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