Kunst als gefährliche Versuchung

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Nicht zur Nachahmung empfohlen, aber genau das wird befürchtet: Leichtsinnige oder gar Kinder könnten die neue Skulptur Doppelhelix als Abenteuerspielplatz missbrauchen. Die Spiralstruktur des Bauwerks lädt förmlich zu Klettertouren ein.

Offenbach ‐ Kaum steht die „Doppelhelix“ am Main auf Höhe Karlstraße, geht die Diskussion los - aber keine über den künstlerischen Wert, sondern über die Sicherheit derSkulptur. Anwohner sorgen sich. Einer hat beobachtet: „Da sind schon Kinder drauf rumgeklettert!“ Von Max Rempel

Der Selbstversuch ergibt: Es geht locker rauf auf 15 Meter, die Abstände zwischen den Querstreben ermöglichen es prinzipiell jedem Sechsjährigen, die Spirale zu erklimmen. Auch für Wagemutige oder Betrunkene könnte das unfreiwillige Klettergerüst eine große Versuchung darstellen. Wer oben ist, blickt herunter auf besondere Gefahren: Aus dem Sockel ragen noch spitze Metallteile, später sollen sie in Beton gegossen werden. Zudem würde man beim Sturz durch die rotierende Form immer auf Balken schlagen. In Bodennähe finden sich Ecken und Kanten.

Bilder vom Aufbau der neuen Attraktion am Mainufer:

Neue Attraktion am Mainufer

Bei der Stadt Offenbach ist man sich der Problematik bewusst. Pressesprecher Matthias Müller betont aber: „Überall in der Stadt gibt es Risiken, die nicht vollständig auszuschließen sind.“ Kinder könnten auch über Brückengeländer oder auf Bäume klettern und herunterfallen. Die Doppelhelix sei mit der Versicherung abgesprochen, die Sicherheit sei auch bei Genehmigung und Planung berücksichtigt worden. Man wolle Verbotsschilder aufzustellen, ein Zaun sei aber nicht geplant.

Das HfG-Projekt am Kulturkreis ist fast ein Jahr später als vorgesehen vollendet worden. Stabilitäts-Bedenken hatten die Helix am Boden gehalten. Diese Zweifel konnten ausgeräumt werden. Die Bedenken, es könnte als Klettergerüst missbraucht werden, bestehen hingegen noch.

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