Kunst-Installation wurde feierlich enthüllt

Offenbach Hills: Ein Symbol der Zukunft

Sieht vom Fuße des Feldherrnhügels genauso gut aus wie von oben: Der weiß getünchte Schriftzug der Offenbach Hills.

Offenbach - Die Offenbach Hills wurden am Freitag feierlich eingeweiht. In großen Buchstaben prangt nun der Stadtname als Ausdruck des Offenbacher Selbstbewusstseins in der Innenstadt. Von der Idee zur Realisierung war es ein weiter Weg. Von Julia Radgen 

Mit seinen quietschgelben Gummistiefeln war Fabian Riemenschneider besser für das unliebsame Wetter gerüstet als Oberbürgermeister Horst Schneider. Doch der ließ es sich nicht nehmen, den Feldherrnhügel zu erklimmen. Zusammen mit anderen Erstellern und Unterstützern enthüllten sie feierlich die Offenbach Hills. Neun strahlend weiße Buchstaben begrüßen ab sofort, in Anlehnung an das berühmte Vorbild aus Hollywood, Besucher Offenbachs. Am Dienstag erfolgte schon der Testlauf mit den Rohlingen. Die Installation ist ein Gemeinschaftsprojekt von ESO, dem Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, der HfG, dem Urban Media Project und Riemenschneider, der es architektonisch umsetzte.

„Es ist ein Ausrufezeichen, der Ausdruck eines neuen Offenbacher Bewusstseins“, erläutert Loimi Brautmann vom Designbüro Urban Media Project. „Eine gewisse Ironie“ spiele beim Vergleich des „rauen“ Offenbachs mit dem glamourösen Hollywood natürlich mit. Auch OB Schneider scherzt zuerst mal und begrüßt die Gäste in „Hollybach“. Schneider lobt die Kreativität und Leidenschaft, die alle Beteiligten für die Offenbach Hills aufgebracht haben. „Es ist ein klasse Symbol für die Zukunft der Stadt, das gut zum Masterplanprozess bis 2030 passt.“ Die Idee für das Symbol der Zukunft reicht indes schon „so viele Jahre zurück, dass wir gar nicht mehr wissen, bis wann“, heißt es bei der Vorstellung. Sie stammt von HfG-Student Heinrich Zimmermann, der ursprünglich Pappbuchstaben entwirft und 2012 zusammen mit seinem Professor Heiner Blum den Vorgänger des heutigen Wahrzeichens.

Die Umsetzung scheitert vorerst an der Organisation und Finanzierung. 2000 Euro kostet einer der vier Millimeter dünnen, weiß lackierten Aluminiumbuchstaben im je 500 Kilogramm schweren Betonfundament. Bezahlt wurden sie durch Spender, die Patenschaften für Buchstaben übernahmen. ESO, EVO, Apotheke zum Löwen, HDW Partner, Neon Zentgraf, Kulturstiftung der Sparkasse, städtische Wirtschaftsförderung und unsere Zeitung beteiligten sich. Mit der Stadt waren Auflagen und Infrastruktur zu klären.

Kennen Sie die Wahrzeichen und ihre Städte?

Meerjungfrau und Riesen-Molekül: Jede Stadt hat sein charakteristisches Wahrzeichen. Kennen Sie die Wahrzeichen der Metropolen in Europa? Hier ein kleiner Überblick: 

Akropolis in Athen: Nachdem Athen die Perser besiegt und die Demokratie eingeführt hatte, ließ der Staatsmann Perikles die Stadtfestung Akropolis in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts vor Christus bauen.

Die Hagia Sophia in Istanbul: Die Hagia Sophia mit der riesigen Kuppel und vier spitzen Türmen ist fast 1500 Jahre alt. Die einstige Kirche und spätere Moschee ist heute ein Museum.

Big Ben in London: Touristen nennen meist den berühmten Turm am Londoner Palace of Westminster mit seiner großen Uhr Big Ben. Eigentlich heißt so aber nur eine riesige Glocke im Turm, die 1859 zum erstmals ertönte.

Der Eiffelturm in Paris: Der Eiffelturm ist 10 Tonnen schwer und wurde anlässlich der Weltausstellung 1889 von Gustave Eiffel (1832-1923) erbaut. Anfangs als Schandfleck beschimpft, steht er nun wie kein anderes Bauwerk für Paris und ganz Frankreich.

Das Brandenburger Tor in Berlin: Das Brandenburger Tor sollte eigentlich Friedenstor heißen. König Friedrich Wilhelm II. ließ es von 1788 bis 1791 bauen. Von 1961 bis zum Mauerfall 1989 stand es isoliert im Grenzstreifen zwischen Ost und West. Seitdem ist es ein Sinnbild der Wiedervereinigung.

Sagrada Família in Barcelona: Seit mehr als 130 Jahren wird an der Sagrada Família gebaut. Seit 2010 ist immerhin das Innere fertig, Papst Benedikt XVI. weihte die Basilika im selben Jahr. Der Bau verbindet mehrere Stile, trägt aber deutlich die Handschrift des Architekten Antoni Gaudí.

Das Atomium in Brüssel: Als Hauptgebäude und Symbol der Weltausstellung 1958 in Brüssel entstand das Atomium. Die neun miteinander verbundenen Kugeln stellen ein 165 Milliarden mal vergrößertes Eisenmolekül dar.

Kolosseum in Rom: Rund 500 Jahre lang war das Kolosseum Schauplatz von Kämpfen und Spielen in Rom. Im 1. Jahrhundert nach Christus ließen Kaiser der flavischen Dynastie das riesige Amphitheater erbauen.

Die kleine Meerjungfrau in Kopenhagen: Nachdenklich sitzt die kleine Meerjungfrau auf ihrem Felsbrocken, 2013 wurde die Bronzestatue 100 Jahre alt. Sie erinnert an das Märchen von Hans Christian Andersen über eine Meerjungfrau, die an Land leben möchte.

Nun ist der „gemeinsame Kraftakt“ geschafft – und die Unterstützer schweifen gedanklich in die Ferne: Nicht nur vom neuen Fotomotiv und Wahrzeichen der Stadt ist die Rede. Ein Beobachter sieht den Schriftzug schon als Protagonisten einer echten Filmproduktion und prognostiziert eine Rolle im neuen Video von Vorzeigerapper Haftbefehl.

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