Kunstpreis für Lisa Marei Klein

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Lisa Marei Klein bei der Arbeit in ihrem kleinen Atelier im Hafen: Mit Knete überzieht sie den Präparationskörper eines kleinen Hirsches.

Offenbach ‐ Die Skulpturen von Lisa Marei Klein sind geprägt von Gegensätzen. Damit noch mehr spannungsreiche Werke entstehen, wird die HfG-Absolventin jetzt von der Städtischen Sparkasse gefördert. Von Katharina Skalli

Im Hafen hat Lisa Marei ihr Atelier. Ein kleines Räumchen, bis unter die Decke voll gestopft mit Materialien, Lacken, Farben, Kartons, Arbeitsgeräten, Modellen, Kunst und Dingen, die einmal solche werden sollen. Der Eingang versteckt sich in einem Vorsprung des Backsteingebäudes, das einmal die Werkstatt und das Büro des Hafenhausmeisters war.

Jetzt beherbergt die Halle das neue Hafenkino und das kleine Zimmer das Reich der frisch gekürten Preisträgerin des „Förderpreises für den künstlerischen Nachwuchs der Hochschule für Gestaltung“. Die Kulturstiftung der Städtischen Sparkasse Offenbach hatte ihn ausgelobt. Mit 1000 Euro pro Monat unterstützt die Stiftung nun die 30-Jährige und ihre Arbeit. Für Lisa Marei Klein ist das wichtig, denn es bedeutet, dass sie arbeiten und weitermachen kann.

Schwere, teilweise meterhohe Objekte

„Neue Techniken und Materialien in der Bildhauerei“ heißt ihr Projekt, das sie als eine Art Aufbaustudium verfolgen wird. Zwölf Monate hat die gebürtige Darmstädterin nun Zeit, sich auf ihre Skulpturen zu konzentrieren: schwere, teilweise meterhohe Objekte aus Holz, Polyurethanschaum, Kunstharz, Glasfaser, Knete und Gips.

Weitere Informationen sind auf ihrer Internetseite zu finden.

Hinter den Atelierfenstern ist der Fluss. Durch das geprägte Strukturglas lässt er sich nur erahnen. Lisa Marei Klein hat hier ihre Ruhe. Fast alle ihre Arbeiten setzen sich mit den gleichen Themen auseinander: Natürlichkeit versus Technik, Klassik versus Moderne. So treffen immer wieder Waldtiere wie Hirsche, Raben oder Eichhörnchen auf grelle Farben und modernes Material. Der gefundene Stock mit der imposanten Rinde tritt mit seiner Natürlich- und Ursprünglichkeit in einen Dialog mit Kunstharz und Polyurethanschaum. Genauso spannungsreich wie das Material ihrer Objekte ist auch ihr Entstehungsprozess. Mit den Händen formt, knetet und baut die Diplom-Designerin die Figuren. Dann werden die Daten eingescannt und mittels einer computergesteuerten CNC-Fräse als überdimensionale Skulptur hergestellt.

„Eigentlich will ich Geschichten erzählen“, sagt die Offenbacherin mit den schokoladenbraunen Augen und der fransigen Kurzhaarfrisur. Ab dem 16. November stellt sie im 1822 Forum in Frankfurt aus.

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