Auf der Rosenhöhe

Kunstrasen-Traum wird wahr

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Die SG Rosenhöhe erhält den lange versprochenen wetterfesten Platz: Das behebt viele Trainingsengpässe. Kunstrasen – der richtige Belag für die Edeltechniker unter den Kickern. Auf der Rosenhöhe soll bis zum Winter ein solcher Platz für die Teams der SGR angelegt sein.

Offenbach - Die Stadt darf wieder investieren. Kredite über 25 Millionen Euro für bislang auf Eis liegende Maßnahmen, das konnte Kämmerer Felix Schwenke am vergangenen Wochenende verkünden, haben die Aufsichtsbehörden vor wenigen Tagen freigegeben. Von Matthias Dahmer 

Angesichts des Gesamtvolumens sind 700.000 Euro fast schon Peanuts zu nennen. Doch wenn man weiß, welches lang ersehnte Projekt damit verwirklicht werden soll, dann verbietet sich diese Einschätzung: Die SG Rosenhöhe wird in diesem Jahr endlich einen Kunstrasenplatz erhalten. Das Geld sei da, die Stadttochter OPG habe die Vorplanungen abgeschlossen, noch vor der Sommepause werde im Parlament hoffentlich der Grundsatzbeschluss gefasst, so dass das Spielfeld noch vor dem Winter fertig sein könne, sagt Oberbürgermeister Horst Schneider.

Die Hoffnung hegt auch Manfred Ginder, kommissarischer Leiter des Sportamts. Er präzisiert: Das Kunstrasenfeld entsteht auf dem derzeitigen Naturrasenplatz unmittelbar rechts neben der Einfahrt zum Sportgelände. Bestückt wird der neue Platz mit dem für den winterlichen Spielbetrieb unerlässlichen Flutlicht. Das erkläre auch die Investitionssumme von rund 700.000 Euro, so Ginder. Bis zum Sommer laufe aber auf jeden Fall noch der derzeitige Spielbetrieb. Im Sportzentrum auf der Rosenhöhe wird es außer dem neuen Platz weiter den bisherigen Hartplatz im hinteren Teil des Geländes sowie drei Naturrasenfelder geben.

Der Bedarf für einen Kunstrasenplatz ist unbestreitbar. Teams der SG Rosenhöhe, darauf hat Abteilungsleiter Patrick Ihlefeld erst vor kurzem hingewiesen, trainieren seit Jahren im Winter auch auf anderen Sportanlagen. Heimspiele der Jugend-Hessenliga – ab dieser Klasse ist Rasen- oder Kunstrasen Pflicht – finden in Frankfurt-Bonames statt.

Sechs Tore auf der Rosenhöhe

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Der neue SGR-Platz, erläutert Manfred Ginder, wird die Situation beim BSC und bei FC Germania Bieber entspannen, auf deren Kunstrasenfelder SGR-Mannschaften zum Training ausweichen. Allein in Bieber, wo neben FC Germania noch Espagnol Offenbach, FC Fortuna Offenbach und eben die Rosenhöhe ihre Übungseinheiten abhalten, ist im Winter der Kunstrasenplatz mitunter in drei Felder aufgeteilt. Beim BSC sieht es ähnlich aus.

Ginder geht davon aus, dass es mit dem neuen Platz bei der SGR zu einem Domino-Effekt kommt. „Ziel ist, dass die SGR ihren Bedarf auf ihrem Gelände decken kann“. Ob das dann im Detail auch funktioniert, bleibt abzuwarten, sagt er. Schaut man auf den Nutzwert der unterschiedlichen Beläge, so kann Kunstrasen gewaltig punkten: Gemäß geltenden Richtwerten, die Ginder zitiert, wird Naturrasen nur 800 Stunden im Jahr genutzt, Kunstrasen kommt mit 2 000 Stunden auf die zweieinhalbfache Zeit. Bei herkömmlichen Hartplätzen geht man von 1 200 Stunden jährlich aus.

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Auf einem guten Weg ist die Stadt offenbar auch bei weiteren Sportplatz-Projekten. So wird das seit Jahren nicht mehr nutzbare und einem Biotop gleichende Ricoten-Feld am Bierbrauerweg bis Ende Oktober in einen Naturrasenplatz umgewandelt. Weil die Rasentragschicht spendiert wird, kostet die Umwandlung die Stadt nur 51.000 Euro.

Auf einem Kunstrasen an der Bürgeler Straße sollen künftig auch die SKG Rumpenheim, SC 07 Bürgel und der Türkische SC Offenbach kicken können. Wann der Platz kommt, ist derzeit noch unklar. OB Horst Schneider prognostizierte im Januar, im nächsten Jahr könne es soweit sein. Manfred Ginder will schon mal einer Neid-Debatte vorbeugen, die angesichts der Investitionen in den lokalen Fußball von Vertretern anderer Sportarten losgetreten werden könnte: Die Stadt reagiere nur auf den Boom beim Fußball.

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