Neue Webserie der HfG

Kunststudium? Traut euch!

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Saubere Hände ade: Clara Sipf hat sich vor drei Jahren für ein Studium an der Hochschule für Gestaltung Offenbach entschieden. Ob die 21-jährige Frankfurterin dies bereut hat, erfahren Zuschauer demnächst in der Webserie „HfG Portrait“, die von der Hochschule in Auftrag gegeben wurde. Bis Mai erscheint jeden Montag eine neue Folge im Internet.

Offenbach - „Kind, mach doch was Vernünftiges!“ Der gut gemeinte Rat der Eltern führt manch jungen Erwachsenen in die Sinnkrise. Denn ein Kunst- oder Designstudium zählt wohl eher nicht zu den „vernünftigen“ Berufen.

Daniel Herzog

Künstler müssen sich durchschlagen und haben es manchmal nicht leicht, ihr Brot zu verdienen. Dass es sich dennoch lohnt, dieses Abenteuer zu wagen, zeigt eine neue Webserie der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG). Die begleitende Plakatkampagne trägt augenzwinkernd den Titel „Ich wünschte, ich würde mich für Jura interessieren“.
Filmemacher Daniel Herzog, frisch gebackener Absolvent der Hochschule, hat Studierende getroffen, sich mit ihnen über ihre Projekte unterhalten und über ihre Entscheidung, Kunst zu studieren. In feinfühligen Porträts erzählen die Kreativen über ihre spannende Reise zu neuen Erfahrungshorizonten. Bis zum 7. Mai ist jede Woche eine neue, etwa zwei Minuten lange Folge im Netz zu sehen, unter www.hfg.jetzt und op-online.de. Bevor es am Montag losgeht, hat Lisa Berins mit Herzog gesprochen.

Herr Herzog, die Porträts sind ab Montag online zu sehen – wie sollen sie Bewerbern bei der Entscheidung für die HfG helfen?

Sie sollen einen Einblick in den Studien- und Arbeitsalltag der jungen Künstler und Designer geben. Die Idee war, dass sich mögliche Bewerber ein Bild davon machen können, was einen beim Studium an der Hochschule erwartet und ob sie sich vorstellen können, dort Design oder Kunst zu studieren.

Ihre Filme sind Selbstreflexionen der Studierenden, in denen im Grunde laut nachgedacht wird. Oder wie würden Sie das beschreiben?

Vor dem Dreh habe ich längere Interviews mit den Studierenden geführt. Da läuft keine Kamera, es wird nur der Ton aufgezeichnet. So entsteht recht schnell eine lockere Gesprächssituation, wie bei einem Atelierbesuch mit Unterhaltung in der WG-Küche.

Wie läuft der Dreh ab?

Während der Interviews zeichnet sich bereits ein guter Überblick über die Arbeitsweisen und die aktuellen Projekte der Porträtierten ab. Da geht es beispielsweise um Fotoprojekte mit alten Großformat-Kameras, Augmented Reality oder Fahrräder aus dem 3D-Drucker. Ich lege mit den Künstlern und Designern verschiedene Motive, Tätigkeiten und Drehorte für die Filme fest. Die Drehtage vereinbaren wir daraufhin meistens spontan.

Sie produzieren die Serie allein?
Ja. Ich habe an der HfG in der Filmklasse von Rotraut Pape studiert, die Professorin deckt das Filmemachen in all seinen Aspekten ab. Dort habe ich schon während meines Studiums viele Produktionen von der Drehbuch- und Konzept-Entwicklung bis zur Tonmischung und Farbkorrektur umsetzen können.
Wie haben Sie die Studierenden ausgewählt, die Sie vorstellen?
Die Auswahl wurde von Seiten der Professoren getroffen. Die haben ein gutes Gespür, wer gerade an einem spannenden Projekt arbeitet.
Ein paar Interviews haben Sie schon geführt. Was ist die Motivation der angehenden Künstler, sich in Offenbach zu bewerben?
Die Motivationen sind sehr unterschiedlich. Es gibt junge Leute, die sich inhaltlich nicht festlegen und das ganze Spektrum ausprobieren wollen. Dann gibt es Bewerber, die nach einem abgeschlossenen Studium eine inhaltliche Vertiefung suchen und sich aufgrund eines speziellen Lehrgebiets bewerben.

Sie haben bis vor Kurzem an der HfG studiert. Was haben Sie künstlerisch oder ganz allgemein für ihr Leben von dort mitgenommen?

Die meiste Erfahrung konnte ich mit meinem Kommilitonen Robin Wissel bei der Produktion des Langfilms „The Scrapbox“ sammeln. Zwei Jahre hatten wir Zeit, uns diesem Herzensprojekt zu widmen – einer psychedelischen Comedy, bei der alle Kulissen und Requisiten aus Pappe und Holz sind. Ansonsten nehme ich ein Netzwerk von Freunden und Arbeitskollegen mit, die mich seit Jahren begleiten.

Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung

In welche Richtung möchten Sie nach dem Abschluss gehen? Haben Sie da Pläne?

Ich bin freischaffender Regisseur und Kameramann und drehe momentan Dokumentationen und Imagefilme. Parallel versuche ich Zeit zu finden, um meinen Diplomfilm „Esther“ fertigzustellen und das Drehbuch für eine Fernsehserie weiterzuschreiben. Konkret will ich den Drohnenführerschein machen.

Die Serie „HfG Portrait“ startet am Montag unter www.hfg.jetzt und auch auf www.op-online.de. Wöchentlich erscheint eine Folge. Wir begleiten das Projekt mit Texten über die Teilnehmer.

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