Kunstverein bezieht Domizil im KOMM

Malerei, Modenschau, Musik

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Renovierungs-Organisator Sylvester Kraaz und Vorsitzende Ulrike Djellouli-Della im neuen Raum des Kunstvereins

Offenbach - Neben Kleidung und Kosmetik gibt es bald auch „Kunst im KOMM“. Unter dem griffigen Schlagwort steht eine nichtkommerzielle Beziehung: Der Kunstverein nimmt Platz in einem bislang leerstehenden Ladenlokal im Einkaufszentrum.  Von Markus Terharn 

Eröffnung ist am 10.Oktober mit einer Sammelausstellung. Bis dahin liegt viel Arbeit vor den Mitgliedern. Denn der stolze 280 Quadratmeter große Raum im ersten Stock, an der Rolltreppe und direkt neben der Buchhandlung gelegen, war in den fünf Jahren, die das „Kaufhaus Offenbach Main Mitte“ besteht, noch nie vermietet. Vermittelt hat ihn Vereinsmitglied Gerhard Lux, nachdem Center-Chef Frank Middendorf ihn dem Klingspormuseum und dem Bund Offenbacher Künstler angeboten hatte. Die winkten ab. Der Kunstverein sagte ja.

„Wir haben zwar kein Geld – aber wir machen es trotzdem“, sagt Vorsitzende Ulrike Djellouli-Della. Beim Preis sei der Vermieter dem Verein sehr entgegengekommen. Es sei eine Win-Win-Situation, bei der beide Seiten profitierten, findet Middendorf.

Eigenleistung ist gefragt, Hilfe willkommen. Vorigen Samstag schleppten Freiwillige die Einrichtung aus dem bisherigen Vereinsdomizil im Wohnbüro am Platz der Deutschen Einheit hinüber zum Aliceplatz: Trennwände, Tische, Stühle, Kühlschrank samt Getränken, Schrank, Garderobe, Stangen... Zuvor mussten sie den Roh-Estrich versiegeln. Die Decke bleibt, wie sie ist, wird nicht abgehängt; die Wände sind teils gestrichen, teils zeigen sie Sichtbeton oder Mauerwerk. Nur der Sockel soll noch neu angelegt werden.

Kunstgerechte Ausleuchtung ist wichtig

Elektrische Leitungen und Anschlüsse werden verlegt. Wichtig ist die kunstgerechte Ausleuchtung, die dank eines Sponsors möglich wird. „Wir freuen uns über weitere Unterstützung, sei es materiell oder finanziell“, wirbt die Vorsitzende. Federführend bei Organisation und Renovierung ist Sylvester Kraaz, der die Zusammenarbeit mit dem technischen Leiter des KOMM ausdrücklich lobt.

Weitere Informationen gibt es im Internet.

„Kunst und Kultur in die Stadt und zu den Menschen zu bringen“, dieses Anliegen verwirklicht der rührige Verein künftig werktäglich von 14 bis 20 Uhr. „Diese langen Öffnungszeiten sind eine echte Herausforderung“, räumt Djellouli-Della ein. Geleistet werden sollen sie nicht nur von Mitgliedern, sondern mit Hilfe etwa des Freiwilligenzentrums Offenbach (FzOF). Für zwei Wochentage ist das Problem gelöst: Donnerstags hütet Horst Kolbinger das Lokal, will die Zeit auch zum Malen nutzen. Und dienstags passt Leo Pinkerton auf, die vor allem schriftstellerisch arbeiten oder eine Schreibwerkstatt anbieten will.

Die erste Ausstellung, Eröffnung am Freitag, 10. Oktober, 19 Uhr, bestreiten Malgo Scholz, Sabine Tribeß, Horst Kolbinger, Marilena Stangier, Geet Chorley, Ina Lorenz, Götz Bully, Christoph Klein und Roger. Dabei wie in der Folge stellen keineswegs nur Mitglieder aus, sondern auch Gastkünstler, „Offenbacher oder solche von außerhalb“, betont Djellouli-Della. Mit Programm, Musik und Tanz soll sich die Vernissage bis in den späten Abend ziehen. Sonst ist alles möglich: Workshops und Präsentationen, Künstlergespräche und Lesungen, Modeschauen und Musik, Kurse in Malerei und kreativem Schreiben. Am ersten Mittwoch im Monat, 19 Uhr, ist offener Stammtisch.

Der Vertrag gilt für ein Jahr, mit Option auf Verlängerung. Die strebt der 1977 von Kurt Steinel gegründete, 2009 von Ferdi Walther wiederbelebte Verein mit 80 Mitgliedern, davon 20 Künstler, auch an. Ebenso die Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt, wofür er extra die Satzung ändert. Und irgendwann möchte der Kunstverein seine Adresse verlegen – von der Austraße 16 an den Aliceplatz 11. Wer noch helfen will, melde sich bei Sylvester Kraaz unter 01577/7763644.

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