Käthe-Kollwitz-Schule

„Kätwalk“: Kunstwerke auf dem Laufsteg

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„Nuit Noire“, schwarze Nacht, war das Thema der Abschlussarbeiten der Maßschneiderei der Käthe-Kollwitz-Schule. Im Kinosaal des Ledermuseum war Extravaganz angesagt, das Publikum wurde teilweise in bizarre Modewelten entführt.

Offenbach - Es sind bizarre Modewelten, tiefschwarze Nächte, in die das Publikum an zwei Abenden des Wochenendes im Kinosaal des Ledermuseums eintauchen darf. Von Harald H. Richter 

Die kreativen Köpfe der Maßschneiderei der beruflichen Käthe-Kollwitz-Schule um Abteilungsleiterin Martina Rieger präsentieren in jeweils einstündigen Shows aufsehenerregende Abschlussarbeiten ihrer Jahrgänge auf dem selbst gestalteten „Kätwalk“. Darunter sind etliche spektakuläre Showpieces, erdacht und gemacht für den Laufsteg. Doch auch schlichtere, wenngleich ebenso raffiniert und kunstvoll erarbeitete Entwürfe, die durchaus aus einer Prêt-à-Porter-Schau eines bedeutenden Labels hätten stammen können, werden vorgeführt. In einer ausgeklügelten Inszenierung mit audiovisuellen Effekten zeigen talentierte Schülerinnen und Schüler bemerkenswert professionell, was sie während ihrer Ausbildung gelernt haben.

Zur Erleichterung von Organisatorin Sandra Disser klappt alles wie am Schnürchen. Sämtliche Nähte sind geschlossen, Knöpfe und Schnallen sitzen, die Bühnenausleuchtung passt. Kein Stolperer trübt den Ablauf. Langen Schrittes gehen die Mädchen über den Laufsteg, streuen über die Ränder ihrer futuristischen Brillen bedeutungsschwere Blicke ins Auditorium. Models und Dressmen sind in Frisur, Maske und Make-up perfekt gestylt, was den Azubis des Friseurhandwerks zu danken ist.

Thema „Nuit Noire“

Das Thema „Nuit Noire“ freilich birgt Risiken. Schwarz soll schließlich nicht gleich Schwarz und schon gar nicht langweilig daher kommen. Alle Beteiligte waren sich darüber im Klaren, als sie vor gut 18 Monaten ihre Ideen für die Show zusammentrugen und sich schließlich für das recht gewagte Motto entschieden. Fast 120 Schüler und ihre Lehrer haben sich diesmal mit dem Projekt befasst. Erstmals wird mit den Mediengestaltern der August-Bebel-Schule kooperiert, die im Vorfeld der Veranstaltung einen Werbeclip drehten und ins Internet stellten. „Die Highlights unserer Shows gibt es bald in einem Film zu sehen, der unter anderem auf der Website unserer Schule zu finden sein wird“, verspricht Martina Rieger.

Die Schülerinnen und Schüler der Klassen zehn bis zwölf zeigten ihre maßgeschneiderten Schöpfungen.

In insgesamt acht Bildern zeigen die Schülerinnen und Schüler der Klassen zehn bis zwölf ihre maßgeschneiderten Schöpfungen. Gewebemuster und Stoffwahl sind vielseitig, reichen von Plüsch, Taft und Chiffon über Latex bis Organza. Reifröcke hier, Capes und Schleppen da. Nicht zu vergessen die Accessoires: Taschen für Sie, Beutel für Ihn, Hüte und Mützen für beide Geschlechter. Farbspielerische Nuancen und geschickt an Taille und Rocksaum eingewobene Applikationen machen die Einzigartigkeit eines jeden Ensembles aus. Ob klassische Silhouetten, wie im ersten Bild „Vogue“, oder mit großflächigen Besätzen versehen, die dank Leuchtdioden funkeln oder das Licht reflektieren, wie bei „Blackout – den jungen Leuten hat es an Inspiration für ihre ebenso aufwändigen wie auffälligen Modelle nicht gefehlt. Deren Chic ist wie geschaffen für glänzende Nächte, einen geheimnisvollen Maskenball oder einen Ausflug in die Fabelwelt der Tiere mit Rückenflügeln, Flitter und Pailletten. Auch Filmfiguren werden modethematisch belebt.

„Kätwalk“: Modenschau im Ledermuseum

„Kätwalk“: Modenschau im Ledermuseum

Den fulminanten Schlussakzent markiert ein beeindruckendes „Scary Fairy“-Schülerbild mit zwölf in freier Themenwahl und ohne Farbfestlegung geschaffenen Kreationen. Sie sind Gegenstand eines Wettbewerbs. Deshalb dürfen die Zuschauer über das Beste unter den Besten entscheiden. Anerkennende „Bravo“-Rufe und kräftiger Applaus des Publikums freilich sind sämtlichen Akteuren auf, vor und hinter der Bühne Lohn für einen außergewöhnlichen Abend.

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