Kurz, dafür aber sehr heftig

+
Auf der Waldstraße haben sich kleine Seen gebildet. Die Feuerwehr wurde zu insgesamt 26 Einsätzen gerufen.

Offenbach - Kurz und heftig ist das Gewitter, das gestern auch in Offenbach vor allem für vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume sorgt. Von Matthias Dahmer

Während die Feuerwehr ab etwa 15 Uhr ins Rotieren kommt, sieht man beim Deutschen Wetterdienst keinen Anlass, von einem übers Alltagsgeschäft hinausgehenden Ereignis zu sprechen: „Beachtlich, aber für einen Sommer nicht ungewöhnlich“, formulieren die Wetterbeobachter. Immerhin: Dass rund 30 Liter pro Quadratmeter in der halben Stunde runterkommen, wird im Wetterpark auf dem Buchhügel gemessen. Das ist in der trockenen Rhein-Main-Region etwa die Hälfte des üblichen Juni-Niederschlags. Mit der kräftigen Front, der wohl heftigsten dieses Jahr, ist das Schlimmste erstmal durch. „Der Luftmassenaustausch hat jetzt stattgefunden“, heißt es beim Wetterdienst.

Lesen Sie dazu auch:

Unwetter sorgt für vollgelaufene Keller

Bei der Berufsfeuerwehr ist dagegen auch um 16.30 Uhr nicht Schluss. Seine Leute seien noch an sechs Einsatzorten tätig, vermeldet Feuerwehr-Chef Uwe Sauer. Insgesamt wird die Wehr wegen des Wolkenbruchs 26 Mal gerufen. Allein in 16 Fällen müssen Keller oder Wohnräume leer gepumpt werden. In der Turnhalle der Edith-Stein-Schule steht wieder das Wasser, wird der Redaktion gemeldet. An vier Stellen im Stadtgebiet sind Bäume umgeknickt, unter anderem auf dem Parkplatz des Altenheims an der Elisabethenstraße sowie an der Ecke Dietzenbacher Straße/Neusalzer Straße. Dazu sind einige Straßen und Unterführungen überflutet. Der Löschzug muss ausrücken, weil zwei Meldeanlagen Brände anzeigen - es sind nur Fehlalarme. Am schlimmsten, bilanziert Uwe Sauer, hat es den Stadtteil Bieber getroffen.

Zum Glück sind über die noch nicht bezifferbaren Sachschäden hinaus keine Verletzten zu beklagen. Gegen 18 Uhr ist die Arbeit erledigt, und die 66 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr und den Freiwilligen Feuerwehren Bieber, Rumpenheim und Waldheim können in ihre Wachen zurückkehren.

Kaum ein Trost für Betroffene: Auch Berufsfeuerwehrleute sind nicht vor Wolkenbrüchen gefeit. Der mit dem Löschzug ausgerückte Einsatzleiter Andreas Gutjahr erhält über Funk die Nachricht, dass bei ihm daheim in seinem Heusenstamm Keller das Wasser stehe und die dortigen Kollegen bereits tätig seien.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare