Lach-Garantie inklusive

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Oberbürgermeister Horst Schneider überreichte die Urkunde: Elmar-Vorsitzender Klaus Walther (links) ist glücklich über das schönste Präsent, das es zum Jubiläum geben kann. Simon Isser skizzierte den Veranstaltungsreigen, auf den sich die Offenbacher freuen dürfen.

Offenbach ‐ Unterhaltung im besten Sinne stand im Zentrum des Neujahrsempfangs für die Offenbacher Kulturvereine im Büsingpalais. Von Simone Weil

Mit witzigen und mit amüsanter Choreographie vorgetragenen Klassikern der Comedian Harmonists wie „Wochenend und Sonnenschein“ und „Mein kleiner grüner Kaktus“ verschönerte die Wiesbadener A-cappella-Gruppe „Comedian Sixpack“ gekonnt den Abend.

Ihr Auftritt passte gut zu den kurzweiligen Stunden, die der Theaterclub Elmar seinem Publikum beschert. Für die unzähligen Märchen und Schwänke und vor allem die Freude, die er den Zuschauern bereitet hat, wurde der Club mit dem Kulturpreis der Stadt Offenbach ausgezeichnet. Oberbürgermeister Horst Schneider gratulierte und überreichte eine kalligraphisch gestaltete Urkunde von Ingeborg Herold. Das städtische Preisgeld von 2500 Euro wurde zum wiederholten Mal von Mäzen Wolfgang Glaab aufgestockt - diesmal um 500 Euro.

Die städtische Würdigung kommt dem Verein gerade recht. Sie ist das allerschönste Geburtstagsgeschenk. Denn 2011 feiert er sein 100-Jahre-Jubiläum.

„Was lange währt, wird endlich gut!“

Laudator Markus Terharn stellte die Preisverleihung gar unter das Motto: „Was lange währt, wird endlich gut!“ Denn der Club sei in 100 Jahren die einzige Konstante der lokalen Theaterlandschaft. Er bescheinigte den Bühnenbegeisterten, sich an das zu halten, was sie am besten können: Unterhaltung. „Wer eine Karte kauft, kann sicher sein, dass er sich nicht langweilt, dass er unbeschwert lachen darf“, sagte der Redakteur unserer Zeitung.

Feinsinnig machte Terharn den Unterschied zum Laienspiel deutlich. Wer die Qualität von Amateurtheater begreifen wolle, solle in einer Elmar-Inszenierung mal auf die Darsteller achten, die gerade keinen Text haben: „Da steht keiner dumm rum.“

Was ganz locker aussieht, ist das Ergebnis aufwändiger und langer Mühen: Alles ist hausgemacht von den Kostümen über die Kulissen und die Musik bis hin zur Bühnentechnik, die auch noch von versierten Mitgliedern übernommen wird.

„Jugendarbeit eine ernste Sache“

Elmar-Chef Klaus Walther, der die Geschicke des Clubs seit einem Vierteljahrhundert leitet, war in seiner Dankesrede anzumerken, wie sehr ihm die Würdigung zu Herzen ging. „Das ist etwas ganz Besonderes in diesem Jahr.“ Weil die Theatermacher für ihre Nachwuchsarbeit bekannt sind, stellte Simon Isser als einer von mehreren Jugendleitern klar, dass „Jugendarbeit eine ernste Sache“ und unverzichtbar sei.

Isser skizzierte den Verlauf des Jubiläumsjahrs unter dem Motto „Ein Stück Offenbach“ mit einer Ausstellung im Ledermuseum, einer Komödie, dem „Eingebildeten Kranken“ auf Hessisch beim Sommertheater im Büsinghof und dem Weihnachtsmärchen „Aladin und die Wunderlampe“. Die Offenbacher Bürger haben also auch allen Grund, sich zu freuen.

Bunte Offenbacher Mischung

Weil kein Geld da ist, könne es auch nicht einfach so in Kultur gepumpt werden, sagte der Oberbürgermeister mit Blick auf die hohen Ausgaben der Nachbarstadt. In Offenbach gehe es eben um die viel beschworene Nachhaltigkeit. „Geldmittel sinnvoll investieren heißt ja schließlich, eine tragfähige Infrastruktur aufzubauen mit dem, was notwendig ist“. Dabei gehe es keineswegs nur um einzelne Sparten oder darum, ausschließlich nach außen zu glänzen. Dies gelte vor allem auch für die Vereinspflege.

Es sei eben gerade jene bunte Offenbacher Mischung hochqualifizierter Ensembles, die den besonderen Reiz ausmachten, sagte Horst Schneider. Keineswegs als Konkurrenz zu Frankfurt, aber durchaus als ein Kontrast. Darauf sei er als Oberbürgermeister und Kulturdezernent sehr stolz. „Offenbach ist ein Kulturstandort von Qualität und Vielfalt - und eine Stadt mit ganz eigenen, keineswegs austauschbaren Zügen.“

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