Lachen gegen Lärm

Offenbacher und Mühlheimer gestalten 80. Montagsdemo

+
„Rudolf-Anton und Marieche“ alias Rudi Eitel und Maria Büttner belustigen das Flughafen-Terminal mit einem bissig-humorvollen Sketch.

Offenbach - Unzählige Menschen in bunten Westen, bewaffnet mit Plakaten und allerlei improvisierten Instrumenten, bevölkern am Montagabend das Terminal 1 des Frankfurter Flughafens. Wieder einmal findet hier die Montagsdemonstration des Bündnisses der Bürgerinitiativen statt. Von Sebastian Schwarz 

Bereits zum 80. Mal treffen sich die Fluglärmgegner im Flughafengebäude, um dort lautstark ihrem Unmut über den aus ihrer Sicht unerträglichen Fluglärm Luft zu machen.

Lesen Sie dazu auch:

Fluglärm-Demo im Zeichen der Landtagswahl

Rund 1200 Personen nehmen nach Angaben der Veranstalter an der Demonstration teil. Die Frankfurter Polizei spricht hingegen von 635 Teilnehmern. Ausgerichtet wird der Protestzug diesmal von den Bürgerinitiativen aus Offenbach und Mühlheim. Die Veranstaltung steht dabei unter dem Motto „Lachen gegen Fluglärm“. Mit einem bissig-humorvollen Sketch machen Maria Büttner, Sprecherin der Mühlheimer Bürgerinitiative, und der Mühlheimer Barde Rudi Eitel ihren Standpunkt zum Thema Fluglärm klar. Als Ehepaar Rudolf-Anton und Marieche streiten sie munter über ihre gegensätzlichen Ansichten. Denn die Pläne von Fraport findet Rudolf-Anton eigentlich gar nicht so schlecht. Aber gegen „Fluchlärm“ ist er auch. Jedoch nicht gegen den von Flugzeugen. Kopfzerbrechen bereitet ihm eher, wenn Marieche mal wieder mit „100 Dezibabbel“ flucht.

Alles zum Thema Fluglärm lesen Sie im Stadtgespräch

Wenn um fünf Uhr am Morgen schon die ersten Flieger unterwegs sind, ist das hingegen nicht so schlimm für Rudolf, weil er ja sowieso „ab vier schon drei Mol rabbele“ war. So entspannt sieht Mariechen die ganze Sache nicht. Für sie ist der Ausbau des Terminals Drei „die allergrößte Sauerei“. Viel zu teuer, viel zu groß ist das neue Terminal - schlicht „Größenwahn hoch drei“, findet sie. Auch wenn ihr Rudolf sie nicht so recht unterstützt, will sie weiterkämpfen. Damit er irgendwann sagen kann: „Du Marieche, ich kann net einschlafe, es is so furchtbar leise hier.“

Auf die Idee mit dem Sketch brachte Eitel der kürzlich verstorbene Dieter Hildebrandt und dessen satirische Auseinandersetzung mit dem Bau der Startbahn West zu Beginn der 80er. Nach dem Ende des amüsanten Streigesprächs ziehen die Fluglärm-Aktivisten lautstark trommelnd und rufend quer durchs Terminal Eins. „Wir sind hier, wir sind laut - weil Fraport uns die Ruhe klaut“, lautet einer der Schlachtrufe, die sie skandieren. Die umstehenden Passanten reagieren auf die dezibel-intensive Demonstration teils mit neugierigen, teils mit eher verständnislosen Blicken.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare