Lärmaktionsplan

Forderungen Betroffener „vom Tisch gewischt“

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Der Lärmaktionsplan zum Flughafen bringt keinerlei Entlastung für Offenbach.

Offenbach - Enttäuscht zeigt sich Bürgermeister Peter Schneider (Grüne) vom den Flughafen Frankfurt betreffenden Teil des hessischen Lärmaktionsplans, der seit 5. Mai in Kraft ist.

„Da steht nichts drin, was kurzfristig auf Lärmentlastung für Offenbach hoffen lässt“, bilanziert Schneider. Überraschend sei das allerdings nicht. „Es wurden nicht die Lärmkarten 2012 für die Lärmminderungsplanung zur Grundlage genommen, sondern die Prognose aus dem Planfeststellungsbeschluss für das Jahr 2020.“ Damit gehe es nicht um eine Planung von Maßnahmen zur Reduzierung des Lärms jetzt und heute, sondern um eine Planung zur Vermeidung eines Lärms, wie er vorhanden sein werde, wenn sich die Prognose von 701.000 Flugbewegungen im Jahr bewahrheite.

Der Lärmaktionsplan ist einsehbar unter www.laermaktionsplan.hessen.de.

„Aber auch das Ziel, diesem Horrorszenario wirklich entgegenzuwirken, wird verfehlt“, kritisiert Offenbachs Flughafen-Dezernent. Forderungen, die von Offenbach und anderen Kommunen sowie von tausenden Betroffenen eingebracht wurden, seien „vom Tisch gewischt worden“. Schneider nennt etwa ein erweitertes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr oder die Deckelung der Flugbewegungen. In der vorliegenden Form könnten alle aufgeführten Lärmminderungsaktivitäten allenfalls Schlimmeres verhindern und Lärmzuwächse etwas bremsen.

Planentwurf kritisiert

Auch die Kommission zur Abwehr des Fluglärms habe den Planentwurf kritisiert, weil er den Anforderungen an einen Lärmaktionsplan nicht gerecht werde. Er entwerfe weder ein langfristiges Handlungskonzept, noch definiere er Ziele, wie die gewünschte Lärmminderung erreicht werden könne. Der Planentwurf fasse lediglich die bisherigen Fluglärmaktivitäten anderer Akteure am Flughafen Frankfurt zusammen und beruhe auf „veralteten Datengrundlagen“. Schneider bewertet das ähnlich: Der Lärmaktionsplan enthalte eine Analyse des derzeitigen Fluglärms im Rhein-Main-Gebiet und eine Aufzählung umgesetzter und geplanter Maßnahmen, die schon seit langem bekannt seien. Schneider: „Wieder mal wird Offenbach und Frankfurt bescheinigt, im Jahr 2020 jene Kommunen zu sein, die mit den höchsten Belastungen zu rechnen haben.“ Sein Blick richte sich auf das Versprechen der Landesregierung, für echte Entlastungen zu sorgen, sagt der Bürgermeister.

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Zirka 11.000 Stellungnahmen gingen im Beteiligungsverfahren zum Entwurf des Lärmaktionsplans, Teilplan Flughafen Frankfurt, ein. Das 184-seitige Werk ist mit der öffentlichen Bekanntmachung durch das Regierungspräsidium Darmstadt in Kraft getreten. Die nächste Gelegenheit, wieder Flagge gegen den Fluglärm zu zeigen, haben Offenbacher bei der 100. Montagsdemo im Flughafenterminal am 19. Mai.

Menschenkette gegen Fluglärm in Offenbach

Menschenkette gegen Fluglärm

mad

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