Lärmschutz über Ziellinie

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Mehr Grün gegen Krach und Poller gegen Wildparker: Nach der Bürgerversammlung im September ist der Bebauungsplan für das Sportzentrum Bürgel überarbeitet worden.

Bürgel ‐ Der Bau des neuen Bürgeler Sportzentrums hat noch nicht begonnen, da ist der erste Wettkampf schon gelaufen - und hat in der Disziplin „Bürgerbeteiligung“ Sieger hervor gebracht: die Anwohner. Von Marcus Reinsch

Mancher, der in einem der Quartiere um das dem Sportkomplex zugedachte Areal zuhause ist, hatte bei einer Bürgerversammlung im September seine Sorge über zusätzlichen Lärm zu Protokoll gegeben. Und wurde gehört.

Der Bebauungsplan-Entwurf mit der Nummer 131A, den nach dem Magistrat nun auch das Stadtparlament absegnen soll, unterscheidet sich in einigen wichtigen Punkten von der Ursprungsversion. Stichwort Gastronomie: Die Planer haben dem Gaststätten-Bau auf dem Zeichenbrett eine Vierteldrehung spendiert. So dient er als Schallschutz zwischen der Terrasse, die nun nach Norden weist, und der Wohnbebauung im Westen der Drei-Feld-Sporthalle, deren Eingangsbereich somit ebenfalls keinen Krach mehr gen Westen senden kann. Außerdem gibt es nun eine zusätzliche Grünfläche, die zwischen Häusern und Gymnastikhalle so dicht mit Gehölzen bepflanzt werden soll, dass sie eine Lärmschutzwand ersetzt.

Zahl der Parkplätze ist geschrumpft

Die Zufahrt zum Gelände wird zwar wie bisher über eine Verlängerung des südlich verlaufenden Pfaffenwegs an den neuen Mainzer Ring angeschlossen. Doch ist sie im korrigierten Entwurf etwas weiter von den Häusern entfernt und nach Süden statt bisher nach Norden verbreitert. Im weiteren Verlauf des bisher gerne als Zubringer zu den südlich gelegenen Kleingärten genutzten Pfaffenwegs wiederum wird es zwischen der Maingaustraße und dem geplanten Zugang zur Drei-Feld-Halle für Autos bald gar kein Durchkommen mehr geben. Die Anwohner-Angst, dass die Verbindung bei größeren Veranstaltungen einfach zugeparkt wird, haben die Planer mit Pollern quittiert. Die Zahl der Parkplätze auf dem Gelände selbst ist im neuen Plan geschrumpft. 125 waren es ursprünglich im südlichen Bereich des Sportzentrums. Die dem Lärmschutz geschuldete Verschiebung nach Osten lässt dort noch Raum für knapp 100.

Die eigentlichen Funktionen des Sportzentrums als Domizil der TSG Bürgel und für den Schulsport bleiben unangetastet. Das Konzept sieht eine neue Drei-Feld-Halle als Ersatz für die nicht zu rettende Jahnhalle und den Bau einer Zwei-Feld-Halle für Gymnastik und Gesundheitssport vor. Hinzu kommt der Teilumbau der Tennishalle in eine multifunktionale Sporthalle und der des Clubheims in einen Sportkindergarten. Außerdem: das Restaurant. Der Entwurf wird, falls er der Politik gefällt, einen Monat lang öffentlich ausgelegt. Gibt es dann keine Probleme mehr, kann es losgehen.

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