Sanel M. bleibt weiter in U-Haft

Tugces Eltern und Brüder treten als Nebenkläger auf

Darmstadt/Offenbach - Sanel M. bleibt weiter in Untersuchungshaft. Seine Anwälte zogen den Antrag auf Freilassung bei der heutigen Haftprüfung zurück.

Das Landgericht Darmstadt hat sich heute mit einer möglichen Freilassung des mutmaßlichen Schlägers im Fall Tugce Albayrak aus der Untersuchungshaft beschäftigt. Die Anwälte des jungen Mannes hatten ursprünglich beantragt, Sanel M. aus der U-Haft zu entlassen. Nun die Wende: Der mutmaßliche Täter bleibt doch in Untersuchungshaft. Die Verteidiger des Beschuldigten Sanel M. zogen bei einem nicht öffentlichen Haftprüfungstermin vor dem Landgericht Darmstadt ihren Antrag zurück, wie das Gericht heute mitteilte. Damit sei eine gerichtliche Entscheidung nicht mehr erforderlich gewesen. Der Haftbefehl bleibt damit mit dem Tatvorwurf, Körperverletzung mit Todesfolge, aufrechterhalten. Wie die „Bild-Zeitung“ meldete, habe Sanel M. kurzfristig einen seiner beiden Anwälte ausgetauscht.  

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Sanel M. sitzt seit der Prügelattacke mit tödlichen Folgen in Untersuchungshaft. Gegen den 18-Jährigen wurde inzwischen Anklage wegen Körperverletzung mit Todesfolge erhoben. Ein Termin für den Prozess steht noch nicht fest. Sanel M. soll Tugce Mitte November in Offenbach vor einem Schnellrestaurant niedergeschlagen haben. Die Lehramtsstudentin schlug mit dem Kopf so hart auf dem Boden auf, dass sie ins Koma fiel. Die lebenserhaltenden Maschinen wurden knapp zwei Wochen später, an ihrem 23. Geburtstag, abgeschaltet.

Der Anwalt von Tugces Familie, Macit Karaahmetoglu, zeigte sich zufrieden über die weitere U-Haft von Sanel M.. Wäre er freigekommen, hätte Fluchtgefahr bestanden. „Eine Flucht wäre für die Eltern eine Katastrophe gewesen“, sagte Karaahmetoglu. „Sie wollen einen schnellen juristischen Abschluss dieses Vorfalls.“ Bei dem Prozess treten die Eltern und die beiden Brüder von Tugce als Nebenkläger auf. Ob die Eltern aber auch die Kraft hätten, an dem Verfahren persönlich teilzunehmen, lasse sich noch nicht abschätzen, meinte der Anwalt. Bei den Brüdern könne dies vermutlich anders sein.

dpa/dani

Rubriklistenbild: © Archivbild: dpa

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