Grüne wollen Laubbläser komplett verbannen

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Für die Grünen immer noch zu laut und wenig effizient: die Laubbläser.

Offenbach (mcr) - Die Offenbacher Grünen wollen mit hartem Besen durch die Argumentation des mit der Straßen- und Gehwegreinigung beauftragten Stadtdienstleisters ESO kehren, dass sich das Herbstlaub nicht vollständig ohne lärmende Laubbläser beseitigen lässt.

Nachdem der ESO Ende vergangener Woche den behutsameren Einsatz der Geräte und den schrittweisen Umstieg auf etwas leisere Modelle verkündet hatte, winkt der Grünen-Fraktionschef Peter Schneider ab: „Geht uns nicht weit genug!“ Es sei Wille der Koalition, „für mehr Ruhe zu sorgen und die Laubbläser abzuschaffen“.

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„Viel leiser als bisher“

Und das solle nun auch Beschlusslage werden. Die Grünen würden „schnellstmöglich mit ihren Koalitionspartnern einen Antrag diskutieren und in die Stadtverordnetenversammlung einbringen, der das Ziel verfolgt, künftig auf den Einsatz von Laubbläsern beim ESO zu verzichten und Auftragnehmer entsprechend zu verpflichten“. Die bisher bekannt gewordenen Argumente zur weiteren Verwendung der Laubbläser überzeugten nicht, begründet Schneider. Selbst neue und leisere Geräte warteten noch mit bis zu 100 Dezibel auf. Die entsprächen dem Krach, dem man in unmittelbarerer Näher einer im Einsatz befindlichen Schleifhexe ausgesetzt ist.

Und auch der ESO-Hinweis auf höhere Personalkosten verfange nicht, da die Stadt dringend Beschäftigungsmöglichkeiten im Bereich einfacher Tätigkeiten benötigt, um die Sozialkassen zu entlasten. „Was wir für mehr Personal ausgeben, das können wir zumindest teilweise bei den Transferleistungen einsparen. „Angebliche Mehrkosten von bis zu einer halben Million Euro, wie sie bereits vor zwei Jahren einmal prognostiziert wurden, siedeln wir schon eher im Bereich der Schwarzmalerei an“, sagt Schneider.

Grüne bezweifeln Effizienz der Laubbläser

Seine Fraktion gehe sogar davon aus, dass am Ende jeder Beteiligte gewinne - weniger Laubbläser bedeute mehr Ruhe und mehr Beschäftigung. „Die Kosten können wir in einer Testphase überprüfen“, kündigt Schneider an.

Nach Beobachtung der Grünen-Stadtverordneten Lucia Gerharz spielen sich schon jetzt in den Parks und auf Wegen zweifelhafte Szenen ab. Beispielsweise am 13. Oktober im Westend. „Fünf Kehrer, ein Fahrer, ein Arbeiter mit Laubbläser. Die fünf bleiben meist in Wartestellung, behauptet Gerharz, „bis der Laubbläser ihnen mal wieder etwas zugepustet hat.“ Das lasse nicht gerade auf hochgradige Effizienz schließen.“ Es müsse endlich Schluss damit sein, dass mit den lauten Geräten vor Wohnhäusern, Schulen und Krankenhäusern nicht nur überflüssiger Lärm erzeugt wird, sondern auch jede Menge gesundheitsgefährdende Keime aufgewirbelt werden“.

Der ESO kämpft derweil mit anderen Problemen. Er bittet Bürger, die selbst für die Straßenreinigung verantwortlich sind, ihr Laub nicht auf die Fahrbahn zu fegen. Dadurch drohe eine Verstopfung von Sinkkästen und eine Überschwemmung bei Regen. Bis zu einem Kubikmeter Laub können Bürger pro Woche kostenlos beim Wertstoffhof (Dieselstraße 37) abladen.

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