Bei Laubbläsern blickt CDU auch auf die Kosten

Offenbach (mk) - „Wenn früh am Morgen die Werksirene dröhnt. . . “ Die Gruppe Geier Sturzflug würde möglicherweise heute anders texten. Es sind längst andere Geräusche, die den Schlaf stören – Laubbläser etwa. Die Geräte schaffen’s jetzt sogar bis ins Parlament.

Während es Wille der Mehrheits-Koalition ist, „auch in dieser Frage für mehr Ruhe zu sorgen und die Laubbläser abzuschaffen“, geht die CDU etwas bedächtiger an die Sache ran. „Die langfristige Abschaffung des Betriebs von Laubbläsern im Stadtgebiet sehe ich mit gemischten Gefühlen“, sagt der stellvertretende Fraktionschef Roland Walter.

Einerseits werde sich natürlich jeder Bürger über die Verringerung von Lärm- und Abgasbelästigungen freuen, andererseits müsse aber auch in der Praxis daran gedacht werden, dass beispielsweise unter geparkten Autos oder auf großen Rasenflächen auf die technischen Hilfen zur gründlichen Reinigung nicht verzichtet werden kann. Da hat Roland Walter wohl – gerade im ersten Punkt – noch nicht die ESO-Teams beobachtet...

„Nicht alles, was wünschenswert ist, ist auch bezahlbar“

Im Hinblick auf die Offenbacher Haushaltssituation sorgen sich die Unionschristen aber auch um die Kosten. Walter: „Nicht alles, was wünschenswert ist, ist auch bezahlbar. Sicherlich wird sich bei manueller Kehrarbeit der Personalaufwand erheblich erhöhen – das würde letztlich die Gebührenzahler treffen.“ Die CDU will daher mit einem Änderungsantrag erreichen, dass der Magistrat vor der Abschaffung der Geräte gründlich prüft, „welche Mehrbelastungen finanzieller Art auf die Stadt und ihre Bürger zukommt“.

Die Fraktion fragt unter anderem: Welche Kosten entstehen im Zuge des Laubbläserverzichts bei der ESO GmbH durch eine eventuell notwendige Personalverstärkung durch geringfügig Beschäftigte, erweitert geringfügig Beschäftigte oder sozialversicherungspflichtige neue Mitarbeiter?

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare