„Lauterborn ist viel sicherer und besser als sein Ruf“

Offenbach - Stadtteil-Verein sieht positiven Trend

Offenbach Vier Monate nach seiner Gründung legte der Verein „Gib acht auf Dein Lauterborn“ eine erste Erfolgsbilanz vor. Dabei ließen sich die Mitglieder von der Polizei bestätigen, dass sich in den letzten Monaten auch die allgemeine Sicherheit verbessert habe.

Volkmar Meyer, stellvertretender Leiter des 2. Reviers, berichtete von einem deutlichen Rückgang der Straftaten im Stadtteil. Aus polizeilicher Sicht fällt er keineswegs negativer auf als die übrigen Offenbacher Stadtteile. „Lauterborn ist besser als sein Ruf“, folgerte der Vereinsvorsitzende Dieter Jahn.

Gleichwohl wird die Polizei auch weiterhin den Stadtteil mit Imageproblem im Auge behalten. In einer Vernetzung mit anderen Stellen werde zudem Wert auf präventive Maßnahmen gelegt. Dabei arbeiten beispielsweise Polizei, Ordnungsamt, Jugendamt und die Gemeinnützige Baugesellschaft (GBO) Hand in Hand. Zur Befriedung mag auch beigetragen haben, dass die Gemeinnützige Baugesellschaft in ihren Häusern Belohnungen für das Anzeigen von Graffiti-Sprühern ausgelobt hat.

Im Bereich des Einkaufszentrums zwischen Richard-Wagner- und Hugo-Wolf-Straße ist die Montage von Überwachungskameras vorgesehen. Die Kameras überspielen ihre Aufnahmen in die Stadtwache an der Berliner Straße. Abgeschlossen ist die Versiegelung der Kanaldeckel, die in der Vergangenheit gelegentlich den Übermut von Jugendlichen gereizt haben.

Im Bereich des Einkaufszentrums will der Verein einen Briefkasten aufstellen, der Anregungen und Klagen der Anwohner aufnehmen kann. Er soll täglich geleert werden, wird aber nicht als „Kummerkasten“ verstanden, sondern als ein Instrument der Kommunikation im Stadtteil.

Jahn gab Kenntnis von Veränderungen in der Ladenzeile des Einkaufszentrums. Ihre Verwaltung hat die GBO übernommen. Nun wird geprüft, ob sich dort ein Stadtteil-Büro einrichten lässt. Angekündigt ist, dass der Penny-Markt an der Hugo-Wolf-Straße im kommenden Jahr einem neuen Anbieter mit größerer Verkaufsfläche weichen wird.

Der Stadtteil hat einen hohen Anteil von Bewohnern mit Einwanderer-Hintergrund. Zwischen ihnen und den deutschen „Ur-Einwohnern“ erkennt der Verein ein problemloses Zusammenleben. Das wird sich wohl auch darstellen, wenn im Juni auf der Kennedy-Promenade ein großes „Lauterborn-Fest“ gefeiert wird.

Der Stadtteil Lauterborn entstand in den 1960er Jahren zur Behebung drängender Wohnungsnot. Im Kern ist er geprägt von einem Nebeneinander von Reihenhäusern, Blocks und Hochhäusern. Damit sollte eine zuträgliche soziale Mischung der Bewohner erreicht werden. Erst der letzte Bauabschnitt östlich der Schubertstraße war freigegeben für den Bau von Einfamilienhäusern nach dem Geschmack der Bauherren und bietet mit seinem Stilmix ein völlig anderes Erscheinungsbild als der Kernbereich

Zur Nahversorgung der Bewohner wurde zwischen Richard-Wagner- und Hugo-Wolf-Straße ein kleines Einkaufszentrum eingeplant. Es verlor an Bedeutung, als rings um Lauterborn ein Kranz von Großmärkten entstand.

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