Lautlos auf Streifenfahrt

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Die Schmidts auf Streife: Kriminalhauptkommissar Michael Schmidt, Einsatzleiter im 1. Revier (links), und sein Kollege und Namensvetter Arne Schmidt waren am Wochenende mit ihren Segways unter anderem am Mainufer präsent. Die Fahrzeuge zogen die Blicke der Ausflügler auf sich.

Offenbach (mad) ‐ Was die Stadtverwaltung kann, kann die Polizei schon lange. Sie ist elektromobil. Genauer: Sie fährt seit wenigen Tagen mit sogenannten Segways in Offenbach Streife.

Zwei dieser Elektro-Motorroller, eine Art Plattform mit zwei Rädern und Lenkstange, hat das Land dem Polizeipräsidium Südosthessen spendiert. Die Fahrzeuge sind noch in der Erprobung und können reihum von den Revieren getestet werden. Der große Vorteil der rollenden Podeste: Sehen und gesehen werden.

So wie an diesem Pfingstwochenende am Offenbacher Mainufer. „Na, habt ihr wieder mal ein neues Spielzeug?“ Provozierende Fragen wie diese sind eher die Ausnahme, als sich Kriminalhauptkommissar Michael Schmidt, Einsatzleiter im 1. Revier, und sein Kollege und Namensvetter Arne Schmidt aufrecht und lautlos Richtung Bürgel bewegen.

„Man ist schnell im Gespräch mit den Leuten“ berichtet Michael Schmidt von überwiegend neugierig-interessierten Pfingstausflüglern. Er gibt gerne Auskunft: Maximal 20 Sachen sind mit dem Segway drin, rund 6000 Euro kostet ein Streifen-Stromer. Bestückt sind die Roller mit zwei Köfferchen. Auf dem seitlichen thront ein Blaulicht, drinnen findet man Elektronik. Der Behälter am Lenker enthält das, was Ordnungshüter auf Streife so brauchen, einen Strafzettelblock zum Beispiel. Die Batterie ist unter der Plattform angebracht, mit einer Ladung schafft man ungefähr 80 Kilometer. Das reicht, um für zwei Stunden etwa im Offenbacher „Grüngürtel“ nach dem Rechten zu sehen, sagt Schmidt. So führt der Weg der beiden Schmidts an diesem Tag denn auch vom Schloss aus vorbei an Bürgels Hunderennbahn und den Kleingärten über die Laska-Brücke zum Leonhard-Eißnert-Park und zurück über den Landgrafenring in die City. „Ein Einsatzfahrzeug, das richtig Spaß macht“, findet Michael Schmidt, der erstmals 2009 beim Hessentag auf einem Segway stand.

Für den täglichen Gebrauch sind die Elektro-Roller indes nicht gedacht: Nur zu „besonderen Anlässen und an bestimmten Orten“ sollen Beamte die Gefährte besteigen, erklärt Polizeisprecher Henry Faltin. Man erhoffe sich etwa in Fußgängerzonen oder wie am Wochenende auf dem Mainvorgelände zum einen eine bessere Übersicht, zum anderen ein besseres Gesehenwerden.

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