Sportlichkeit und Eleganz

Offenbach - Wenig frische Farbkleckse, dafür eine neue Lust am Düsteren prägen unter anderem die Trends bei den Taschen für die nächste Wintersaison. Das zeigte sich bei der Modenschau auf der 138. Internationalen Lederwarenmesse I. L. M Winter Styles gestern in Offenbach. Von Silke Gelhausen-Schüßler

Am deutlichsten wird der Trend beim Thema „Dark Angels“, einer Farbthematik der mystisch morbiden Art. Verbunden mit einem harten, kompromisslosen Look ein zeitgemäßer Barockstil für selbstbewusste Frauen. Die Taschen zieren ornamentale Prägungen, flächendeckende Swarovskis, goldpigmentierte Leder und kurz geschorenes Fell. Kombiniert wird Krokodilprägung mit Lacktaschen, die an Chesterfield-Sofas erinnern. Der männliche „dunkle Engel“ ist Stil-Ikone einer Oscar-Wilde-Szenerie, seine Tasche geht auf Orientreise. Taschenklassiker werden durch Materialmix von geprägtem Leder oder Filz neu interpretiert und betonen deren Wertigkeit.

Der „Call of the Wild“ ist weniger ein Schrei der Natur. Vielmehr verkörpert er die Schönheit eines Trödelladens, Entschleunigung, ist Trendsetter im Einklang mit der Natur. Gepflegter „British Chic“ ist hier angesagt: Rustikalität mit dem Charme einer adligen Jagdgesellschaft. Den Kurzgrifftaschen wurde dazu opportun ein Fuchsschwanzdekor verpasst. „Luggagepacks“ sind der neueste Schrei der Männertaschenwelt: hybride „Gepäckbündel“ aus Rucksack und Hartlederkoffer.

Techno-Intelligenz im Weltall

Die Zukunft ist ein immer gern gewähltes Thema in der Modewelt. Nicht Science Fiction, sondern „Space Fiction“ heißt die Zukunft der Techno-Intelligenz im Weltall. Ob analog oder digital, Funktionalität, Sportlichkeit und Eleganz sind zeitlos und finden sich in allen Taschen-Mischformen wieder. Ob die Dame lieber Arztkoffer, Beauty Case oder den standfesten Shopper wünscht - alles ist möglich und in Metallic-Effekten zu haben. Beige, Grau, Anthrazit, Kupfer, Gold und Silber sind die Farben des Weltalls. Sogar die Daunenparkas glänzen im Sternenstaub-Print. Wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet, geht es zurück in den Alltag - oder zur Kunst des Überlebens: „Art Works“. Ein Hauch von Ethnofeeling erdet die Trägerin, verleiht ihr das Gefühl, im Alltag nicht unter zu gehen. Kontrastreiche Mustermixe aus Leder und Gobelinmotiven unterstreichen die Individualität. Schulterriemen werden von hauchzarten Perlenketten ersetzt, Metallteile sind möglichst winzig: nichts soll die Aufmerksamkeit von Oberflächen- und Musterexpeditionen ablenken. Der arbeitende Mann trägt auf seiner Aktentasche neo-nostalgische Ikat-Motive - Ikat = Webtechnik, bei der das Garn vorher abschnittsweise eingefärbt wird - oder hoch poliertes Leder. An den Rucksäcken dienen Schnürelemente als Trinkflaschenhalter und Karabiner zum Einhängen der Autoschlüssel.

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