Lederbranche nach Krisenjahr optimistisch

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Große Taschen, in die auch etwas rein passt. Sie sind ein unentbehrlicher Bestandteil des Outfits und das nicht nur für die Damenwelt.

Offenbach ‐ Mit Optimismus ist die Lederwaren-Branche in das Jahr gestartet. Die deutschen Lederwaren- und Reisegepäckhersteller seien mit Zuversicht zur Internationalen Lederwaren-Messe I.L.M Winter Styles, die gestern eröffnet wurde, nach Offenbach gekommen, sagte Manfred Junkert, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Lederwaren und Kunststofferzeugnisse (BVLK). Von Marc Kuhn

Zwar habe die Wirtschaftskrise die Branche 2009 erfasst. Die Umsatzrückgänge seien aber moderater ausgefallen als befürchtet, erklärte Junkert. Der Gesamtumsatz sei um mehr als 16 Prozent auf fast 225 Millionen Euro gefallen. Die Zahl der Mitarbeiter sei leicht rückläufig.

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Insgesamt habe sich die Branche im vergangenen Jahr gut behauptet, berichtete Axel Augustin, Geschäftsführer des Bundesverbands des deutschen Lederwaren-Einzelhandels. Von einer freundlich optimistischen Stimmung berichtete Ursula Diehl, Geschäftsführerin der Messe Offenbach. Es gebe erste Hinweise auf eine Belebung der Nachfrage. Nach einer Umfrage würden die Auftragseingänge in der Lederwaren- und Kofferindustrie im ersten Halbjahr um fünf bis zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr ansteigen, erläuterte Junkert. „Während für den Inlandsmarkt erst für das zweite Halbjahr mit einer Belebung gerechnet wird, zeichnet sich bereits jetzt eine positive Entwicklung der Nachfrage auf wichtigen Auslandsmärkten ab.“ Nach den Worten von Augustin war der Start ins Jahr für den Einzelhandel wegen des strammen Winters „nicht so toll“. Aber: „Wir hoffen, dass im März der Knoten platzt.“ Junkert und Augustin erwarten stabile Preise in der Branche.

Bilder von der Lederwarenmesse

Lederwarenmesse in Offenbach

Bis Sonntag zeigen 217 Aussteller aus 16 Ländern, 140 aus Deutschland und 77 aus dem Ausland, auf der Messe Trends bei Taschen, Lederaccessoires, Schirmen und Gürteln, wie Diehl sagte. Die Messechefin rechnet mit etwa 4800 Fachbesuchern. Mit einer Fläche von 11.750 Quadratmetern sei die Lederwaren-Messe voll ausgebucht. Die letzten Platzreserven seien mobilisiert worden.

2009 hat die internationale Wirtschaftskrise die Branche teils hart getroffen. Die Lederwaren- und Kofferausfuhren in die EU-Länder hätten sich mit einem Minus von 3,1 Prozent auf mehr als 624 Millionen Euro noch als relativ stabil erwiesen, erklärte Junkert. In die USA seien Waren im Wert von 40 Millionen Euro exportiert worden, ein Rückgang um zwölf Prozent. Die Ausfuhren nach Russland seien um über 38 Prozent auf 35 Millionen Euro eingebrochen.

Die deutschen Exporte von Handtaschen seien im vergangenen Jahr um 11,6 Prozent auf 161 Millionen Euro gesunken, erklärte Junkert. Hauptabnehmer seien Frankreich, Österreich und die Schweiz. Die Ausfuhren von Handtaschen nach Russland hätten einen Wert von acht Millionen Euro erreicht, ein Rückgang von 47 Prozent. Die Exporte nach Spanien seien auf 4,2 Millionen Euro, minus 31 Prozent, gesunken.

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