Ein wahres Lichtspiel

Ledermuseum beteiligt sich erstmals an der Luminale

+
Noch bis zum Freitag ist die Aktionskabine vor dem Ledermuseum für jedermann zugänglich. Ab Einbruch der Dunkelheit bis Mitternacht wird die Front des 187 Jahre alten Gebäudes an der Frankfurter Straße 86 illuminiert.

Offenbach - Zum ersten Mal nimmt das Ledermuseum am großen Licht- und Medienfest teil. Die spannende Frage, was sich hinter der Fassade verbirgt, begleitet das Programm. Wer während der Luminale kommt, kann sich dem Museum durch eine Echtzeit-Visualisierung interaktiv annähern. Von Jan Schuba 

Die erste Probandin konnte gerade so über das Pult schauen: Fasziniert ließ das Mädchen ihre Hand über den Sensor gleiten, der per Computer und Projektor ihre Bewegungen als strahlendes Lichtspiel auf die Fassade des Ledermuseums übertrug. „Leder ans Licht!“ ist der Titel der interaktiven Installation, mit der sich das Ledermuseum erstmals an der Luminale, dem Festival der Lichtkultur, beteiligt. Am Sonntag wurde das Projekt mehr als 100 Besuchern vorgestellt. Der Eröffnungstag der Luminale fiel exakt auf den 99. Geburtstag des Ledermuseums, das am 13. März 1917 seine Pforten öffnete. Grund genug, dem Museum ein großartiges Geschenk zu machen: Direktorin Dr. Inez Florschütz trat mit ihrer Idee an Professor Frank Georg Zebner vom Lehrgebiet für Technische Produkte und Produktsysteme an der Hochschule für Gestaltung heran. Aus dieser Kooperation entstand in einem halben Jahr das Konzept der Lichtinstallation, das eine engagierte Gruppe von acht Kunst- und Designstudenten der HfG verwirklichte.

Von der Protokollführung bis zur Projektumsetzung zeigte sich Zebner glücklich mit den Hochschülern: „Es steckt eine Menge Werkleistung drin! Die einen entwickeln die Lichtgeschichte, andere bauen das Gehäuse. Aus einer kleinen Idee ist ein großes, funktionierendes Team geworden, das mit hoher Professionalität gearbeitet hat.“ Vor dem Museums steht während der Luminale eine „Medienhütte“, in der Sensor, Computer und Projektor untergebracht sind. Die Lichtmotive, auf die Fassade projiziert, ändern sich alle paar Minuten. Über den Sensor, der für alle Gäste zugänglich ist, können die Motive durch Impulse der Besucherhände manipuliert werden.

Bilder: Luminale in Frankfurt und Offenbach

Vordergründig befassen sich die Projektionen nicht mit Leder. Vielmehr wird die Fassade durch die Motive zur Bühne der Schätze, die das Museum birgt. „Wir wollen Aufmerksamkeit für das wecken, das hinter der Fassade ist, ein Fenster schaffen“, so Zebner. In ihrer Begrüßungsrede gab Dr. Florschütz den Startschuss für die Installation und dankte für die professionelle, innovative Zusammenarbeit mit der HfG, deren Studenten „neugierig und voller Tatendrang“ dieses „fantastische Ergebnis“ erzielt hätten. Außerdem galt ihr Dank Sponsoren und Unterstützern, durch die nicht zuletzt die Medienhütte bis zum Ende der Luminale jede Nacht bewacht wird.

Nachdem Zebner den Prozess vom ersten Impulsmeeting bis zum überzeugenden Resultat dieser interdisziplinären Projektarbeit hochgelobt hatte, übergab er das Wort an die Studenten. Pia Scharf und Fabian Schöfer erläuterten den technischen Hintergrund und ließen das heiß erwartete Lichtspiel auf die Fassade des Museumsgebäude strahlen. Mit Vanessa Didion vom Ledermuseum entwickelten Tamara Eda Temucin, Aldin Skic, Thao Eder, Aeneas Stankowski, Laura Schillke und Ulrike Markus das Projekt.

Kommentare