Farben spiegeln die Krise

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Lederwaren Messe in Offenbach.

Offenbach - Klassik verschmilzt mit Modernismus, Natur vereint sich mit Urbanismus und Tradition geht Hand in Hand mit Futurismus - Gegensätzlichkeiten bestimmen die Taschentrends der nächsten Wintersaison auf der Internationalen Lederwaren Messe in Offenbach. Von Bianca Rehn

Mit den Themen „Mystic Power“, „Winter Trail“, „Shy Glam“ und „Bohemian Wonderland“ wird die kontrastreiche Kollektion beschrieben. Inspirieren ließen sich die Designer von Motiven wie Jugendkultur, Campusleben und Partynacht.
Mit einer bunt gemischten und glamourösen Fashion-Show wurden gestern in den Messehallen die Trendthemen der Wintersaison 2009/10 vorgestellt und somit die Lederwaren Messe eröffnet.
Dunkle Farben spiegeln die Weltwirtschaftskrise wider. Mit der völlig neuen Palette „Dark Shades of Black“ wird dieser Aspekt betont. „Es wird aber nicht alles Dunkelbraun und Schwarz in solchen Zeiten“, sagte Modeberater Martin Wuttke vor Beginn der dreitägigen Veranstaltung. So sind Beerentöne neben den vereinzelt leuchtenden Farben Pink, Orange und Gelb ein Blickfang.
Die dunkle Kollektion wird als mystisch, geheimnisvoll und surreal beschrieben. Gothic-Elemente sind in vielerlei Hinsicht maßgebend.
Fröhlicher gestaltet sich das Thema „Winter Trail“, bei der die Hersteller in erster Linie auf traditionelle Farben achten. Durch Naturtöne wie Rot und Braun soll Frische und Lebensfreude signalisiert werden. „Shy Glam“ dagegen auf klassische Formen und Farben in neuer Interpretation, vereint Aspekte wie Stadt, kühl und weich. Die Farben sind matt und pastell. Für farbliche Aufhellung sorgt die Kollektion „Bohemian Wonderland“. Grelle, ausdrucksstarke Farben bestimmt das Hippie-Outfit im Patchwork-Outlook.

Bilder zur Lederwaren Messe in Offenbach

Lederwaren Messe in Offenbach

Die Taschentrends sind dagegen nicht eindeutig definierbar. „Es gibt auch nicht die eine Taschenform für den nächsten Winter“, betonte Fachmann Wuttke. Demzufolge treffen die Fachbesucher uf Formenvielfalt. Neben Schatullentäschchen und Clutches werden bevorzugt Übergrößen angeboten. Je voluminöser, desto besser.
Zu den bevorzugten Materialien gehören Wolle, Leder und Lederimitate sowie Samt und Strick, Nylon und Patchwork. Doch auch Lack wird bei der Lederwaren Messe bevorzugt eingesetzt.
Kleine Accessoires und Spielereien an Taschen und Kleidung werden in der nächsten Wintersaison ebenfalls gerne gesehen. Vor allem Nieten, Metallketten und Fransen sind die künftigen Trends. Aber auch Totenköpfe und Schmucksteine, Schleifen und Blüten-Formen zählen zu beliebten Motiven. Die Hersteller setzen auf Dekoration.
Neu sind unter dem Leder liegende Nieten oder in das Leder geprägte dreidimensionale Nietenstrukturen. Die Verzierungen haben entweder den Ton der Tasche. Doch auch Gold oder Silber sind dominant. Überdies wird der Antik-Stil bei den Mode-Designern zunehmend beliebter. „Junge Menschen haben Lust sich aufzubrezeln“, sagt Wuttke. Das zeigten sie auch bei der Wahl ihrer Taschen.
Bei der Männermode setzen die Hersteller auf Militärtornister, Matchsäcke in poliertem Leder und schwarze Planen-Rucksäcke. Naturbelassene Leder- und Fellumhänger sowie Uniformtaschen mit Netzelementen werden am Mann auch gerne gesehen. Klassiker wie die Dokumententasche werden zusehends kleiner und Nylonbeutel gibt es mit Magnetverschlüssen. Osmanische Teppiche dienen als Musterbeispiel für zahlreiche Outfits.
214 Aussteller aus vierzehn Ländern zeigen in Offenbach ihre neuen Handtaschen, Lederaccessoires, Handschuhe, Gürtel und Schirme. Messe- Geschäftsführerin Ursula Diehl erwartet wie im Vorjahr mehr als 4500 Fachbesucher. Die Stimmung der Branche sei freundlich-optimistisch, „auch wenn wir nicht glauben, dass die Wirtschaftsstimmung total an der Branche vorbei geht“. Trotz steigender Produktionskosten geht die Lederwarenbranche in diesem Jahr von stabilen Preisen aus. Das dürfte die Lust am Kaufen also nicht bremsen.

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