Goldpfeil-Haus wiederbelebt

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Gut besucht ist der Outlet-Store vom ersten Tag an.

Offenbach - In nur vier Wochen zum grundsanierten Factory-Outlet: In Rekordzeit hat der Lederwarenhersteller Müller & Meirer die erste Etage im alten Goldpfeil-Gebäude an der Kaiserstraße für die Kundschaft hergerichtet. Von Silke Gelhausen-Schüßler

Ab sofort können dort Taschen, Schuhe und Portemonnaies zu Schnäppchenpreisen erworben werden. Das Kirner Unternehmen löst damit den Schuh-Outlet ab, der bis vor kurzem auf den 600 Quadratmetern eingemietet war. Müller & Meirer legt nicht nur bei der Renovierung ein hohes Tempo vor: Erst vor 15 Monaten wurde der erste eigene Outlet-Laden am heimischen Hunsrücker Standort mit 1 500 Quadratmetern eröffnet. Der lief so erfolgreich an, dass sich das Traditionshaus entschloss, in Offenbach nachzulegen.

Der Sprung in die Lederstadt führte nicht in Neuland. Denn nur 750 Meter die Kaiserstraße hoch ist Müller & Meirer ohnehin zweimal im Jahr zu Gast. Mit einem völlig neuen Auftritt bei der Lederwarenmesse hat sich das Unternehmen im September mit ebenfalls 600 Quadratmetern zum größten Aussteller entwickelt und verzeichnete die erfolgreichste Messe seit Firmenbestehen.

Heinrich Müller und Margarete Meirer gründeten 1952 die Müller & Meirer Lederwarenfabrik GmbH. Nach ursprünglich 30 Mitarbeitern in Kirn zählt der Betrieb in der heutigen dritten Führungsgeneration fast die fünffache Zahl und in den weltweit verteilten Produktionsstätten in China, Thailand, Italien und Kroatien insgesamt 800 Mitarbeiter. Sprecherin Yvonne Bückmann berichtet: „Neben unserem Eigenlabel Maître fertigen wir im Auftrag Produkte der Marken Porsche Design, Gerry Weber, Jette, Strellson und Joop. Das Design wird dabei in Abstimmung mit den Lizenzgebern ausgearbeitet.“

Darunter sind Namen, die in Offenbach früher stolzen Widerklang fanden. Umso mehr freut es viele, das ein Stück Offenbacher Geschichte im ehrwürdigen Goldpfeil-Haus fortbesteht. Die Artikel der Hunsrücker finden sich ab sofort montags bis samstags von 10 bis 20 Uhr in der Goldpfeil-Etage. Laut Bückmann zählt nicht nur der Umsatz: „Der Kunde soll sich bei uns wohl fühlen, auch wenn er nur kommt, um sich inspirieren zu lassen.“ Dafür habe man extra eine Art Wohlfühl-Lounge mit Sofas und Getränken eingerichtet.

Ansonsten ist das Ambiente eher rau, schlicht und funktionell, folgt dem Bauhausstil. Betonboden, Fenster, Beleuchtung und Möblierung sind neu, die Wände frisch geweißt. Als Produktständer dienen Betonkuben und Eichenholzkasten. Auf metallenen Rollwagen stehen die nostalgischen Heimarbeitskisten mit Müller-&-Meirer-Prägung für die Kleinlederwaren. Mit 30 bis 70 Prozent Rabatt zum regulären Preis wird der Kunde beworben. Beispiel: Ein paar Porsche-Designer-Schuhe gibt es ab 120 Euro, eine Joop-Handtasche ab 170 Euro. Wem das zu teuer ist, der ist mit der „Preiseinstiegsmarke“ Gerry Weber gut beraten: Für 20 Euro bekommt er schon ein schickes Täschchen.

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