Kein Mieter für ehemaligen Sportladen in Sicht

Leerstand in zentraler Lage

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Im Geschäftshaus Marktplatz steht seit der „My sportz“-Insolvenz vor einem Jahr die Verkaufsfläche immer noch leer (links).

Offenbach - Glitzernde Glasfassaden in zentraler Marktplatzlage, neue, moderne Verkaufsflächen. Trotzdem findet sich seit nunmehr genau einem Jahr kein Mieter für die leer stehenden Geschäftsräume der früheren Intersport-Filiale an der Ecke Waldstraße/Bieberer Straße. Von Veronika Schade

Doch es gibt Neuigkeiten im Gastro-Sektor. Das Café hat nicht funktioniert. Der Currywurst-Imbiss auch nicht. Jetzt sind Burger an der Reihe. Die gehen ja bekanntlich immer. Im Geschäftshaus Marktplatz Offenbach (GMO), dem ehemaligen Kleider-Frei, hat kürzlich „Dunja-Burger“ eröffnet. Das Fleisch darin ist nach islamischen Gesichtspunkten „halal“ hergestellt.

„Es wird super angenommen“, freut sich Markus Frei, Geschäftsführer der GMO-Unternehmergesellschaft. „Die Mundpropaganda funktioniert, gleich in der ersten Woche sind Gäste aus Frankfurt und Mainz gekommen.“ Vor allem die Taxifahrern, die am Stand vor dem Kaufhaus warten, würden das neue Angebot gern nutzen.

Selbst der Räumungsverkauf floppte

Nur wenige Meter weiter, neben dem Frisiersalon von Peter Caligari, dem lokalen Statthalter des Edelfriseurs Klaus-Peter Ochs, herrscht hingegen auf insgesamt 850 Quadratmetern gähnende Leere. Und das seit genau einem Jahr. Der erste und bis heute letzte Mieter, die Intersport-Filiale „My sportz“, meldete Insolvenz an. Selbst der Räumungsverkauf wurde nach vier Tagen mangels Erfolgs abgebrochen.

Dass die Immobilie, die 2011 für neun Millionen Euro von der GMO saniert wurde, auf einer ihrer größten Verkaufsflächen einen andauernden Leerstand aufweist, müsste für den Geschäftsführer mehr als ärgerlich sein. Anmerken lässt er sich das jedoch nicht. „Wir führen immer wieder Gespräche mit unterschiedlichen Teilbranchen des Einzelhandels.“ Einige davon seien „vielversprechend“. Doch ein konkreter Nachmieter ist bislang nicht gefunden.

City-Managerin Birgitt Möbus sieht eine Erklärung für den Leerstand in den Mietkosten: „Die Fläche ist riesengroß, sie kostet monatlich 9 000 Euro. Das muss erstmal erwirtschaftet werden.“ Der benachbarte Friseurmeister Caligari sieht es ähnlich: „Die Miete ist hoch, die Fläche für Große zu klein, für Kleine zu groß.“ Seinen eigenen Laden beschreibt er als „noch nicht etabliert, aber in kleinen Schritten auf dem richtigen Weg“. Mehr Marketing und Eigeninitiative der Mieter würden dem Haus gut tun.

Frequenzen in Richtung KOMM verschoben

Es habe intern Überlegungen gegeben, erzählt Frei, etwa aus der einen großen Geschäftsfläche zwei kleinere zu machen, doch diese hätten sich aus baulichen Gründen sowie „heutigen Anforderungen an Ladenflächen“ als nicht praktizierbar herausgestellt. Nicht ganz einfach ist auch die Vermietung der Büro- und Praxisräume in den oberen Stockwerken. Laut dem Geschäftsführer sind „vereinzelt Flächen frei“. Er verweist darauf, dass es sich bei der Immobilie um keine 1A-Lage handele. „Die Frequenzen haben sich in Richtung KOMM verschoben.“

Und woran ist das „Best Curry House“ gescheitert, das immerhin nach dem gleichen Prinzip wie das vielerorts beliebte „Best Worscht in Town“ funktionierte? „Das Konzept hat hier nicht funktioniert“, sagt Frei. „Es gibt etablierte Currywurststände am Aliceplatz und dreimal wöchentlich auf dem Wochenmarkt. Da gehen die Offenbacher hin.“

Seine verbliebene, kleine Kleider-Frei-Filiale und der Hauptmieter, die Wohnaccessoires-Kette „Depot“, haben sich hingegen ihren Platz bei den einkaufsfreudigen Innenstadtbesuchern gesichert. Laut Frei stimmen die Verkaufszahlen.

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