Geschlossene statt offene Tür

Lehrer an Gymnasien protestieren

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Symbolbild

Offenbach - Was diese Zeitung schon Ende Oktober vermeldet hat, ist nun offiziell: Aus Protest gegen Arbeitsüberlastung bieten die drei Offenbacher Gymnasien 2018 keinen Tag der offene Tür an.

Bei einem Treffen in dieser Woche haben sich die Personalräte von Leibniz-, Albert-Schweitzer-, und Rudolf-Koch-Schule darauf verständigt, die traditionellen Veranstaltungen im Januar ausfallen zu lassen. Vorausgegangen waren an den drei Gymnasien Abstimmungen der jeweiligen Personalversammlungen, in denen sich alle Kollegien für die Absage ausgesprochen haben. Weitere Info-Veranstaltungen der Schulen sind von diesem Beschluss nicht betroffen.

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Den Tag der geschlossenen Tür begründen die Personalräte damit, dass das Staatliche Schulamt auf eine Überlastungsanzeige nicht reagiert habe. Darin hatten die Lehrer ihre Sorge zum Ausdruck gebracht, angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen und den komplexer werdenden Anforderungen ihren Aufgaben nicht mehr gerecht werden zu können. Zunehmende Unzufriedenheit, psychischer Stress und andere gesundheitlichen Beeinträchtigungen seien die Folge. Statt erhoffter Verbesserungen wurde dann auch noch das Verbot der „Vorarbeit“ ausgesprochen: Bisher war es Praxis, dass die Schulen als Ausgleich für freiwillige Zusatzveranstaltungen beispielsweise am Faschings-Dienstag den Unterricht ausfallen lassen konnten.

Bilder: Einschulung 2017 in Offenbach

Die Personalräte weisen zudem darauf hin, dass ihre Instrumente beschränkt seien, ohne Verletzung der Dienstpflichten auf diese „ungute Entwicklung“ hinzuweisen. Ein Aussetzen des Tags der offenen Tür biete als freiwilliges Angebot der jeweiligen Schulen eine der wenigen Möglichkeiten, zugleich die Öffentlichkeit aufmerksam zu machen und die eigene Belastung geringfügig zu reduzieren. (mad)

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