Mehr Präventionsmaßnahmen gefordert

Lehrer suchen nach Rezept gegen Extremisten

Offenbach - Die Besorgnis über extremistische Einflüsse an Hessens Schulen wächst; das Schulamt Offenbach reagiert: Eine Fortbildung soll die Schulleiter aus Stadt und Kreis heute in Rodgau über Gefahren und Hintergründe informieren. Von Lena Marie Jörger 

„Damit möchten wir Lehrkräfte sensibilisieren“, so Schulamtschef Dr. Peter Bieniußa. „Bei der Fortbildung soll es auch darum gehen, zu klären, welche Verhaltensweisen von Schülern oder Eltern Anlass zur Besorgnis geben könnten, dass die in der Schule vermittelte Bildung auf der Grundlage des Grundgesetzes behindert werden könnte.“ Schon bei Grundschülern seien teilweise radikalislamische Tendenzen erkennbar, sagt der Heusenstammer Landtagsabgeordnete Ismail Tipi (CDU) und stützt sich dabei auf Gespräche mit Eltern und Lehrern.

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„Meist beginnt es mit Beschimpfungen anderer Kinder, oftmals sind auch muslimische Schülerinnen, die sich westlich kleiden, Ziel von Anfeindungen“, erklärt der Politiker. „Wir haben das Problem, dass diese Form des religiösen Extremismus gerade junge, nicht gefestigte, Männer und Frauen in ihren Bann zieht.“ Besonders gefährlich seien „pseudowissenschaftliche Koranschulen in Hinterzimmern“ warnt Tipi und fordert mehr Präventionsarbeit. Lehrer, Schulbehörden, Moscheegemeinden, Sicherheitsbehörden und Politik müssten enger zusammenarbeiten. „Nur wenn zwischen diesen Ebenen genügend Vertrauen vorhanden ist, kann schnell reagiert werden.“

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Auch beim Schulleitertreffen heute spielt das Thema Prävention eine Rolle. „Dort soll entschieden werden, welche Maßnahmen einzuleiten sind, damit sich mögliche Ansätze von islamischem Extremismus nicht ausbreiten können“, teilte Schulamtsleiter Bieniußa auf Anfrage mit. Nach Auffassung von Ismail Tipi ist aber noch etwas wichtig: „Neben Aufklärungs- und Präventionsangeboten brauchen wir außerdem Aussteigerprogramme, um den Jugendlichen eine Möglichkeit zurück in unsere Gesellschaft zu bieten.“

Rubriklistenbild: © dpa

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