Leibnizschule mit Musical „13“

Schwitzen für die Kunst

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Bereit für den großen Auftritt: Das Musical-Ensemble der Leibnizschule fiebert der Premiere am Donnerstag entgegen.

Offenbach - Während die hohen Temperaturen das Leben draußen zu entschleunigen scheinen, herrscht in der Turnhalle der Leibnizschule emsiges Treiben. Scheinwerfer werden ins Innere geschleppt, Podeste positioniert, Kabel verlegt. Wenn am Donnerstagabend der Vorhang für das Schülermusical „13“ fällt, soll alles perfekt sein. Von Jenny Bieniek

Denn das ehrgeizige Ziel ist klar formuliert: „Wir wollen nicht nur eine nette Schülervorstellung realisieren, sondern Jugendliche und Erwachsene mit dem Projekt gleichermaßen unterhalten“, sagt Lehrer Daniel Kegler, der sich für die Inszenierung des Teenie-Musicals von Jason Robert Brown verantwortlich zeichnet. Seit eineinhalb Jahren proben die Leibnizschüler unter seiner Regie.

„Es macht viel Spaß, und die Schüler lernen unheimlich viel dabei – vielleicht mehr als auf anderen Gebieten“, ist Kegler überzeugt. Vor anderen sprechen, sicheres Auftreten und Teamgeist gehörten dazu, aber auch Disziplin und Durchhaltevermögen. Wöchentliche Treffen nach Unterrichtsschluss, daneben vier Probewochenenden in Jugendherbergen und in der Schule: „Inzwischen sind wir fast schon eine Familie“, lacht die 14-jährige Nesrin, die ab Donnerstag mit 22 Mitschülern ein energiegeladenes, humorvolles Musical samt fetzigen Rocksongs und schönen Balladen zum Besten geben will.

Unterschied zwischen richtigen und falschen Freunden

Die Geschichte handelt vom zwölfjährigen Evan, der nach der Scheidung seiner Eltern von New York in ein kleines Nest in Indiana ziehen muss. Auf der neuen Schule will er neue Freunde finden. Doch das ist schwieriger als gedacht... „Es geht vor allem darum, zwischen richtigen und falschen Freunden zu unterscheiden“, erklärt Ensemblemitglied Diana.

In „13“ dreht sich alles ums Erwachsenwerden, die Rollen wurden ausschließlich für Jugendliche geschrieben. Es geht um Zahnspangen, den ersten Kuss und die erste Liebe, ums „Wer mit wem?“ und um Schule. „Die Geschichte ist nah an ihrem Leben dran, deshalb fällt den Schülern die Identifikation leicht“, weiß Kegler, der sich auch privat fürs Theaterspielen begeistert.

„Wir müssen uns wirklich nicht verstecken“

2008 feierte „13“ am legendären Broadway Premiere, die deutsche Erstaufführung war vor Kurzem in der Oper Halle. Kegler war mit einer Handvoll Kollegen dabei und scheut nicht den Vergleich: „Da müssen wir uns wirklich nicht verstecken.“

Aufführungstermine:

Vorstellungen von „13“ sind am Donnerstag, 23. August, Freitag, 24. August, und Montag, 27. August, jeweils um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 26. August, um 18 Uhr. Schauplatz ist die Sporthalle der Leibnizschule (Brandsbornstraße 11).

Karten kosten acht Euro (Schüler zahlen fünf Euro) und sind in der Mediathek der Leibnizschule, im OF-Infocenter (Salzgässchen 1) sowie bei Theater+Konzerte im Ringcenter erhältlich.

Fürs Equipment sorgte die schuleigene Technik-AG, der Kunst-LK gestaltete das Bühnenbild. Insgesamt sind an dem Mammutprojekt 50 Akteure beteiligt – viele von ihnen standen bereits beim Inka-Musical vor zwei Jahren im Scheinwerferlicht.
Neu dabei ist Achtklässler Reda El-Alami, der gleich die Hauptrolle abgesahnt hat. Mit seinen braunen Augen, den vollen Lippen und der typischen Teenager-Körperhaltung wirkt Reda zurückhaltend, fast schüchtern. Dabei ist er an seiner Schule längst kein Unbekannter mehr. „Dass Reda singen kann, ist kein Geheimnis“, erzählt Mara. Schon als Fünftklässler habe Reda auf dem Schulhof spontan für die Älteren gesungen. „Er ist beliebt und für uns inzwischen wie ein kleiner Bruder“, verrät die 16-Jährige Diana.

Damit übermorgen alles reibungslos läuft, hilft hinter der Bühne eine Maskenbildnerin. „Nach eineinhalb Jahren Proben kann man sich Fehler einfach nicht mehr leisten“, findet Mara und erntet das zustimmende Nicken ihrer Kollegen. Und Kegler verspricht: „Die Besucher erleben Talente, die es so noch nie zu sehen gab.“

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