Leichtathleten in neuer Heimat

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Ein bisschen Sporteln an den neuen Hürden (von links): EEG-Chef Reinhard Hantl, Sportamtsleiter Jürgen Weil, SFO-Geschäftsführerin Daniela Matha und LGO-Vorsitzender Jürgen Wigidal.

Offenbach (mad) - Das Sportzentrum Wiener Ring, in dem bislang vorwiegend Fußballer trainierten, bietet nun auch den Leichtathleten eine Heimat.

Für 80.000 städtische Euro hat die Gebäudemanagement GmbH (GBM) im Auftrag der das Sportzentrum betreibenden Stadttochter Sport und Freizeit GmbH Offenbach (SFO) die entsprechenden Anlagen rund um den vor 25 Jahren errichteten und mit Tartanbahn ausgestatteten Rasenplatz auf- und umgebaut.

Grundlage des Projekts war der seit 15 Jahren beharrlich vorgetragene Wunsch der Leichtathleten, allen voran Jürgen Wigidal, Vorsitzender der 65 Aktive zählenden Leichtathletikgemeinschaft Offenbach (LGO), alle Disziplinen an einem Standort auszutragen. Weil es nur am Wiener Ring eine wettkampftaugliche 400-Meter-Tartanbahn gibt und die etwa auf der Rosenhöhe existierende Aschenbahn nicht mehr den sportlichen Standards entspricht, ist jetzt alles auf dem zwölf Hektar großen ehemaligen Tambourbad-Gelände konzentriert.

Weit- und Dreisprunganlage modifiziert

SFO-Projektleiter Stefan Schummer erläuterte gestern Nachmittag an Ort und Stelle, was alles neu ist beziehungsweise in den nächsten Tagen noch fertiggestellt wird: Die Weit- und Dreisprunganlage wurde gemäß den Normen des Leichtathletikverbands modifiziert, die Anlaufbahn für die Dreispringer befindet in der Mitte der drei Anlaufbahnen. Auch der Tartanbahn hat sich die GBM angenommen: Die Laufbahn hat in den vergangenen Jahren durch Wurzelwuchs gelitten und musste ausgebessert werden, wobei man gleich defekte Entwässerungsrinnen durch neue ersetzte.

Außerdem ist eine neue Diskus- und Hammerwurfanlage entstanden. Daneben hat eine zweite Hochsprunganlage ihren Platz gefunden. Fast fertig ist eine neue Anlaufbahn für die Stabhochspringer. Gekreuzt wird sie künftig von einer 40 Meter langen Übungsanlaufbahn für die Speerwerfer. Für beide Anlaufbahnen wurde der Rasen ausgeschnitten und Split als Untergrund gestreut, bevor der Kunststoffbelag verlegt werden kann. Auf LGO-Wunsch ist schließlich auf der Gegengeraden vor der Stehtribüne eine zusätzliche 100-Meter-Strecke mit sechs Laufbahnen in die Planung aufgenommen worden. Diese soll in Kürze in Angriff genommen werden.

Budget und Wunschliste

Wigidal, Chef der fünf Vereine vertretenden Dachorganisation der Offenbacher Leichtathleten, sagte denn auch „Dankeschön dafür, dass ein gemeinsamer Nenner gefunden wurde“. Sportamtsleiter Jürgen Weil, aus dessen Budget die Wunschliste finanziert wurde, erinnerte daran, dass die Anlagen auch von Schulen genutzt werden können und der Ausbau eines anderen Standorts nicht zu finanzieren gewesen wäre. „Eine neue Tartanbahn kostet um die 350.000 Euro.“

Konflikte zwischen Kickern und Leichtathleten, die im Sportzentrum nur zweimal pro Woche trainieren, befürchtet Projekleiter Schummer nicht.

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