Mission Olympic im Selbstversuch

Leiden eines unsportlichen Schreiberlings

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Balancieren ist gar nicht so einfach, wie es aussieht.

Offenbach - „Frage nicht, was deine Stadt für dich tut, sondern frage, was du für deine Stadt tun kannst. “ Getreu dieser Devise schnüre ich frühmorgens hochmotiviert meine Sportschuhe und begebe mich erwartungsvoll Richtung Mission-Olympic-Park. Von Ronny Paul

Mein Ziel: So viele Stationen wie möglich zu durchlaufen. Doch der Regen setzt den ersten Dämpfer. Viele Stände im Büsingpark und auf der Festmeile können am Samstagvormittag erst spät öffnen. Mich beschäftigen zwei Dinge: Wann hört es endlich auf zu regnen? Und: Hoffentlich sind die ausbleibenden Besucher in der Endabrechnung kein Nachteil für Offenbach.

Doch dann, gegen 12 Uhr mittags, hat Petrus ein Einsehen und schickt die Sonne hinter den grauen Wolken hervor. So bin ich am Stand des Golfplatzes Eschenrod gar der erste Besucher und bekomme ausführliche Anweisungen zur richtigen Putt-Haltung. Bei zehn Versuchen gilt es, so viele Bälle wie möglich einzulochen. Breitbeinig schwinge ich den Schläger, treffe den Ball mit voller Wucht und schieße weit übers Ziel hinaus. „Das war schon nicht schlecht! Ein bisschen mehr Konzentration und Gefühl, und dann sieht das doch ganz gut aus“, versucht mich Golflehrer Kai mit seinen Anweisungen zu motivieren. Die nächsten Anläufe, einen Putt zu schaffen gehen, mal links, mal rechts vorbei. Ich werde ungeduldig. Das kann doch nicht so schwer sein... Und dann, im neunten Versuch, endlich: Eingelocht.

Mission Olympic: Finale in Offenbach

Mission Olympic-Finale in Offenbach

Das Mission Olympic Final-Wochenende bewegte die Massen. Unter dem Motto "155 Nationen - eine Stadt - ein Ziel" kämpfte Offenbach um den Titel "Aktivste Stadt Deutschlands". Unzählige Aktionen fanden an mehreren Orten in der Stadt statt.

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Ein Stück weiter am Stand der Turngesellschaft Offenbach probiere ich einen Balanceakt – angespornt von der neunjährigen Lena, die ohne Fremdhilfe mit Leichtigkeit über ein zwischen zwei Bäumen gespanntes Seil stolziert. Nichts einfacher als das, denke ich mir und kippe schon beim Aufsteigen direkt wieder vom Seil. Nach drei weiteren Anläufen und einer durchschnittlichen Verweildauer von zirka drei Sekunden überlasse ich den anstehenden Kindern lieber wieder den Vortritt und bestaune als Zuschauer deren Balancevermögen.

Daneben präsentiert die TGO einen Faustballparcours. Warum nicht mal Faustball spielen? Der Sport hat in Offenbach eine mehr als 100-jährige Vereinstradition, erklärt mir Trainer Wolfgang Marschall. Der Unterschied zum Volleyball bestehe vor allem darin, den Ball nur mit einem Arm zu spielen. Hochwerfen, fangen, hochwerfen, schlagen, auf dem Arm balancieren: Der Parcours sieht leicht aus, erfordert aber in jedem Fall Geschick.

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Mit geröteten Unterarmen gehe ich zum Twins-Baseball-Club. Von einem Schutznetz umgeben, versuche ich mit einem Baseballschläger die heranfliegenden Bälle aus der Ballmaschine zu treffen. Es gelingt mir auch, nur bleibt deren Flugrichtung auch nach mehreren Abschlägen rein willkürlich.

Mission Olympic: Sport rund um die Uhr

Mission Olympic: Sport rund um die Uhr

Von meinen sportlichen Leistungen relativ ernüchtert, freue ich mich auf ein lustiges Bubble-Football-Spiel und streife mir eine „Luftblase aus Plastik“ über. Im Spiel Zwei gegen Zwei geht es weniger darum, ein Tor zu erzielen, als mit vollem Einsatz den Gegner zu rammen. Schon beim ersten Hinfallen liege ich wie ein hilfloser Käfer auf dem Rücken. Zurück auf den Beinen gelingt mir sogar mein erstes Tor. Mit erstklassigem Zweikampfverhalten „bubble“ ich zuerst meinen Gegner aus dem Weg und schiebe den Ball hinter die Torlinie. Nach zehn Minuten Spielzeit streife ich mir nassgeschwitzt die Luftblase vom Körper und sinke erschöpft auf den Rasen.

Genug des Sports für heute. Doch als unsportlicher Schreiberling habe ich immerhin das olympische Motto erfüllt: Dabei sein ist alles.

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