Leidenschaft für Schritte

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Von Opernklängen bis zu rockigen ACDC-Rhythmen: Lautstark brachten die Bläser und Trommler der „Main Brass“ um Wolfgang Fischer bei der TSC-Sitzung im Mariensaal ihr üppiges Repertoire zu Gehör.

Offenbach - Wenn ein Verein den Namen „Tanzsportclub Fantasy“ im Wappen trägt, lässt das vermuten, der Tag der Gründung könne noch nicht lange zurückliegen. Von Stefan Mangold

Vor neun Jahren ließ die passionierte Karnevalistin Silvia Moog den Verein ins Register eintragen. Jährlich organisiert die ausgebildete Tanzlehrerin seitdem während der närrischen Tage einen „Bunten Abend“.

Die Mädchen aus ihrer eigenen Tanzgruppe „sind noch nicht so weit, um an Wettbewerben teilzunehmen“, sagt Moog. Dass sich das bald ändern dürfte, war im Mariensaal an der Krafftstraße zu erleben. Tanzschülerin Jasmin Zunke wirbelte zur Filmmusik von Pippi Langstrumpf über die Bühne. Einige Nummern später kündigte Moderator Rico Longerich „ein Doppelsolo des TSC Fantasy“ an. Dann tanzten Sabrina Kubiak und Jessy Hähnlein akrobatisch. Später zeigten alle sechs Mädchen ihren Marsch-Tanz.

Viele Üben lohnt sich

Ein breites Spektrum deckten die Bläser und Trommler der „Main Brass“ unter Wolfgang Fischer ab. Von Taktsequenzen aus der Ouvertüre zur Oper „Wilhelm Tell“ von Gioachino Rossini bis zu „Highway to hell“ von ACDC brachten die Frauen und Männer lautstark ihr musikalisches Repertoire zu Gehör. Synchron warfen die Frauen des Ersten Sachsenhäuser Carneval Clubs ihre grünlich neonleuchtenden Stöcke durch das gedimmte Bühnenlicht. Ein Damen-Quartett der Stadtgarde Offenbach zeigte, dass sich das viele Üben lohnt, ebenso die Mädchen der Bürgergarde in bunten Röcken. Krummdolche trugen die sechs Frauen und der eine Mann der Mozart Husaren auf die Bühne, bevor sie in Piratenkostümen tänzerisch loslegten.

Bilder der TSC-Sitzung

Sitzung des TSC Fantasy

Nicht fehlen durfte beim fastnachtlichen Treiben auch das Offenbacher Prinzenpaar. Sabine I. und Herbert II. schauten nach der ersten Pause samt Gefolge vorbei und tauschten auf der Bühne Orden. Zu Liedern wie „Da sprach der alte Häuptling der Indianer“ tanzten die Majoretten der TG 08 Oberroden in Apachen-Kleidung.

In gänzlich anderem Textil zeigten sich die Aerobic Dancers aus Oberrad. Zu „Singing in the rain“ tanzten sie unter Schirmen in Regenmänteln. Laura Wagner von der SKG Sprendlingen gefiel bei ihrer Performance zu „Poker Face“ von Lady Gaga auch mit turnerischen Elementen. Das Männerballett vom Konzert-Orchester trat in Gardekostümen auf. Dynamisch ging es beim Showtanz von Rot-Weiß Frankfurt zu.

Der Höhepunkt des Abends war der Auftritt der United Dancers – obwohl die nur aus Frauen bestehende Offenbacher Tanzgruppe sich erst vor kurzem gegründet hat. Zu Liedern von Michael Jackson hatte Leiterin Monika Pülm eine durchdachte Choreographie konzipiert, die sich nach dramaturgischen Gesetzen aufbaut. Die Frauen lieferten einen Auftritt aus einem Guss. Das Publikum war sich einig: „Von den United Dancers wird noch viel zu sehen sein.“

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