Leine und Tüten sind Pflicht

Offenbach ‐ Diva und Chocolate frieren, trotz Mäntelchen zittern die Rehpinscher. Hätten sie ihre Steuermarke dabei gehabt, wären sie schneller ins Warme gekommen. Die Vierbeiner gerieten gestern samt Frauchen in eine Kontrolle der Ordnungspolizei. Diese prüfte, ob die von der Besitzerin gemachten Angaben richtig sind. Von Veronika Szeherova

Zum zweiten Mal in diesem Jahr hatte das Ordnungsamt gemeinsam mit dem Kassen- und Steueramt einen „Hundetag" ausgerufen. Zwischen 6.45 Uhr und 20 Uhr waren je eine zivile und eine uniformierte Streife im gesamten Stadtgebiet unterwegs, um die allgemein bekannten Regeln und Pflichten wie Leinenzwang, Hundesteuer und „Kottütenpflicht" auf ihre alltägliche Anwendung zu überprüfen.

Leinenzwang in Grünflächen und Parks

Oliver Eifert und Dagmar See übernahmen die Nachmittagsschicht der zivilen Streife. Schon zu Beginn stoßen sie auf mehrere unangeleinte Hunde. „Im gesamten umbauten Stadtgebiet Offenbachs herrscht Leinenzwang", belehrt Dagmar See die Hundehalter. „Das gilt auch für Grünflächen und Parks.“ Die Hundehalter zeigen sich insgesamt sehr einsichtig und kooperativ, lassen sich auf keine Diskussionen über Recht und Unrecht ein.

Es gibt aber leider oft genug Querulanten, die überhaupt keine Schuld auf sich nehmen wollen, und auch solche Leute, denen alles egal ist, was man ihnen sagt“, weiß Dagmar See aus Erfahrung. Bereits seit neun Jahren arbeitet sie für das Ordnungsamt, „eine Zeit, in der man viel erlebt“. Auch, wie aus einer ganz normalen Hundekontrolle eine Verhaftung werden kann: „Der Hundebesitzer sah die Beamten kommen und türmte. Wir liefen ihm hinterher, ergriffen ihn, woraufhin er aggressiv und handgreiflich wurde.“

Hinterlassenschaften müssen beseitigt werden

Besonders viel Wert gelegt wird auf das Mitführen von Hundekottüten. „Vor allem im Herbst, wenn Laub auf dem Boden liegt, wird Hundekot zu einer fiesen, schwer auszumachenden Unannehmlichkeit“, sagt Oliver Eifert. Aber natürlich besteht für Hundehalter das ganze Jahr über die Pflicht, die Hinterlassenschaften ihres vierbeinigen Lieblings sofort zu beseitigen. „Der Hundehalter hat mindestens zwei Kottüten bei sich zu tragen“, so Dagmar See, „aber wenn er nur eine mit hat drücken wir auch schon mal ein Auge zu.“ Es komme auch immer darauf an, wie einsichtig der Hundebesitzer ist. See: „Wenn er eine gute und glaubhafte Erklärung dafür hat, nur eine Tüte dabeizuhaben, belassen wir es bei einer mündlichen Verwarnung. Das liegt innerhalb unseres Ermessungsspielraums.“ Bei fehlenden Steuermarken gibt es jedoch kein Pardon.

Vor allem Menschenkenntnis eignet man sich laut Dagmar See in diesem Job an. Und: „Das Problem liegt immer am hinteren Ende der Leine.

Rubriklistenbild: © Georg

Kommentare