Leise erklingt das Lied für Elisabeth

Offenbach - Seine „Serenade für Elisabeth“ fand weltweite Verbreitung. „Ganz leis’ erklingt Musik“ ist bis heute ein populärer Schlager. Ein ganz besonderes Werk ist „Die Melodie von Sanssouci“ auf Noten von Wolfgang Amadeus Mozart. Der Texter dieser und mehr als 300 anderer Lieder, Erik Schäfer-Wallnau, wurde heute vor 100 Jahren in Offenbach geboren.

Auch als Komponist und Bearbeiter von Melodien trat Schäfer-Wallnau hervor. Zu den Musikern, mit denen er zusammenarbeitete, gehören bekannte Namen ihrer Zunft: Heinrich Riethmüller, Willy Berking, Bert Kaempfert, Vico Torriani, Rocco Granata, Rudi Schuricke ...

Geboren als Erich Hans Schäfer am 23. Februar 1909, legte der Autor sich später einen Künstlernamen zu. Auch unter diesen Pseudonymen dichtete er: Erik Wallnau, Erich Schaefer, Hans Erissen, Kurt Hessler, Mac Gordon, Walter Nau, Bert Naumann. „Seine Werke werden noch weltweit gespielt, bis nach Australien“, berichtet seine Nichte Christine Hoff. Das gilt vor allem für die populäre „Elisabeth-Serenade“ („Hör mein Lied, Elisabeth“), verfasst anlässlich des Deutschlandbesuchs von Königin Elizabeth 1965.

Hoff hatte ihren Onkel, als er bereits schwer krank war, zu sich ins rheinland-pfälzische Frankenthal geholt und gepflegt, so lange sie konnte. Am 27. Dezember 2003 starb der Künstler in einem Heim und wurde in Fußgönheim (Rhein-Pfalz-Kreis) beigesetzt. Dort ruht auch seine zweite Frau Ida Schäfer, gestorben 1999. Seine erste Gattin, Alma Schäfer, ebenfalls Textdichterin, starb 1971 und wurde im schweizerischen Locarno bestattet.

Schäfer-Wallnau begann als Unternehmer: 1926 besaß der erst 17-Jährige in Berlin sechs Lichtspielhäuser; bis in die 70er Jahre betrieb er mehrere Kinoketten. Nach dem großen „Kinosterben“ konzentrierte er sich zunehmend auf das Schreiben. Die „Goldenen Zwanziger“ verbrachte er vor allem in der Hauptstadt. Während des Zweiten Weltkriegs diente er in der Wehrmacht und war die überwiegende Zeit in Paris stationiert. Später lebte er viele Jahre in Südfrankreich, aber auch in Spanien, Italien und dem Tessin. Französisch, Italienisch und Spanisch beherrschte er so wie Englisch und Deutsch. Weitere Wohnsitze hatte er in Hamburg und München.

„Er verstand das Leben zu genießen und das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden“, erzählt Nichte Hoff. Als seine Rechtsnachfolgerin fühlt sie sich verpflichtet, das künstlerische Erbe ihres Onkels zu bewahren und die Erinnerung an ihn wachzuhalten. „Diejenigen, die seinen Weg begleitet haben, denken einerseits gern an den ausgezeichneten Textdichter – andererseits an einen lebensbejahenden, aufrechten Freund.“ Was Christine Hoff besonders freut: Zum 100. Geburtstag will die Verwertungsgesellschaft GEMA Blumen an Erik Schäfer-Wallnaus Grab niederlegen.

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