Leser sagen, wo Laser lauern

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Dienstagnachmittag am Bieberer Berg: Polizisten kontrollierten Temposünder. Spitzenreiter war ein Golffahrer mit 109 Stundenkilometern.

Offenbach ‐ 109 Sachen in der 60er-Zone am Offenbacher Ausbauende der Bundesstraße 448, das war‘s jetzt erstmal für den Golffahrer. Anzeige, Bußgeld, Fahrverbot. Von Marcus Reinsch

Als Spitzenreiter der Statistik, die die Polizei zu einer der ersten Geschwindigkeitskontrollen der diesjährigen Temposünder-Jagdsaison führt, wird der Mann für einige Zeit maximal so schnell vorwärts kommen, wie es öffentliche Verkehrsmittel erlauben. Deren Chauffeure sind bekanntlich eher zur Einhaltung der Gebote bereit. Ohne Führerschein kein Job, so einfach ist das.

Dass der drohende Lizenzverlust Privatfahrer weit weniger erschrecken kann, zeigte am Dienstag die Polizeikontrolle am Bieberer Berg: 20 rausgewunkene Autos in einer Stunde; die meisten waren nur so viel zu schnell, dass sie ihre Strafe gleich vor Ort zahlen konnten.

Nebeneffekt: Die Diskussion um die Frage, warum die Polizei ausgerechnet an Orten regelmäßig kontrolliert, die weder Unfallschwerpunkt sind noch viel Konfliktpotenzial zwischen Autofahrern, Radlern und Fußgängern bieten, kommt seit gestern wieder in Fahrt.

Nach Kontrollen an der B448 (Dienstag), in Dietzenbach (Montag) und, dort sogar beidseitig, auf Höhe der Polizeistation am Offenbach zugewandten Ortseingang von Heusenstamm (Montag) klagten Erwischte wie Davongekommene über polizeiliche Abzocke zwecks Füllung der Bußgeldkasse. Die Staatsmacht widerspricht entschieden - und kündigt weitere Kontrollen an, weil nun nicht mehr glatte Straßen eben zum übertriebenen Gasgeben motivierten.

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