Ein leuchtendes Konzept

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Erleuchtende Momente: Die Modedesignerinnen loteten das Thema aus.

Offenbach - Mit der beeindruckenden Modenschau „Leuchtstoff“ eröffnete die „Schule für Mode. Grafik. Design. “ am Samstag den lokalen Teil des Lichtkunst-Festivals Luminale. Von Claus Wolfschlag

20 Uhr, die Halle im „Hafen2“ ist prall gefüllt, als Jürgen Amberger, Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung, das Podium betrat. Er betonte, dass die lokale Luminale „langsam Dynamik“ entwickle. Seit 2000 findet das Festival der Lichtkultur alle zwei Jahre in Frankfurt statt. 2008 gesellte sich Offenbach dazu. Waren einst nur einzelne Installationen zu betrachten, so sind in diesem Jahr 40 Einzelarbeiten im Stadtgebiet verteilt. Erstmals hätten Firmen angefragt, als Ausstellungsort fungieren zu können.

Kurz darauf räumte Amberger das Feld für hübsche Damen. Und deren Catwalk konnte sich sehen lassen. Zu Techno-Rhythmen wurden tragbare und skulpturale, klassische und experimentelle Kleider präsentiert - 50 Outfits von 20 Teilnehmerinnen. Die Gäste sahen eine Tunika mit vorgehängter Sonne, als symbolische Büstenhalter fungierende Hundeköpfe, einen Rock aus roten Gummihandschuhen und Kleider aus bedruckten Folien. Weitaus bequemer und tragbarer erschienen da etwa ein elegantes weißes Sommerkleid oder ein leicht futuristisch aufgemöbeltes silbernes Abendkleid.

Kopfbedeckungen reichten von der Kappe im Lamettadesign, über den Cowboyhut mit blauen LED-Lichtern und Vera Isufajs Zylinder aus Plastikbechern, bis hin zu zwei Insektenfühlern, passend zum Käferkostüm; auch Engelflügel und Schnabelmaske fehlten nicht. Und natürlich kam das Luminale-Thema nicht zu kurz. Es gab leuchtende Röcke zu sehen, neonfarbenes Make-up, orangenen Lippenstift zu grünen Neonbändern als Brustzier oder gar leuchtende Hörner auf den Schultern einer dadurch dämonisch wirkenden Dame. Die größte Begeisterung im Publikum löste Hannah Mayers erotische Reihe aus. Mit roten Haaren, Korsett, Blumenrock und Federfächer war die Anlehnung an die Burlesque-Gattung unübersehbar.

Bilder von der Modenschau im Hafen 2

Modenschau zur Luminale

Jule Orth interpretierte das Ball-Motiv. Im Schwarzlicht leuchtende Styroporbälle dürfen bei ihr den Körper zieren. „Ich hatte anfangs die Idee, ein Kleid zu schaffen, das wie ein Ikea-Lampion von innen leuchtet. Dann aber verwarf ich das und habe das Konzept durch die Verwendung von UV-Farbe verändert.“ Orth war durch das Internet auf die „Schule für Mode.Grafik.Design.“ aufmerksam geworden und hatte sich nach dem Abitur für ein halbjähriges Basisstudium angemeldet. Die Erleichterung über das gute Gelingen war Orth ins Gesicht geschrieben. Besucherin Magdalena hielt mit ihrer Anerkennung nicht hinterm Berg: „Die Schau war sehr abwechslungsreich. Teils entdeckte man gut die Reihen mit dem gleichen Design, da die Modemacherinnen mehrere Arbeiten zeigen konnten.“

Fünf Stunden hatten die angehenden Designerinnen im „Hafen2“ zur Verfügung, bis es ernst wurde. Stets begleitet wurden sie dabei von Kuratorin und Schulleiterin Daniela Ballweg. Diese zeigte sich nach der ersten Modenschau sichtlich zufrieden: „Es ist super gelaufen. Schließlich war es für alle Schülerinnen ein Debüt.“ Die gezeigten Stücke können als Abschlussarbeiten gelten. Als Vorgabe fungierten drei Themengruppen: Leuchten, Reflektieren und Schwarzlicht. Unter diesem Dach entstanden die individuellen Arbeiten, die sich etwa das Essen, Müll, Kugeln oder Spitzen zum Motiv nahmen. Die Schau ist am Freitag, 20. April, zum Abschluss der Luminale im Frankfurter „Cocoon-Club“ nochmals zu sehen.

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