Es werde Licht...

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Soll künftig erstrahlen: Die Eisenbahnbrücke an der Bieberer, Ecke Hebestraße. 25.000 Euro von der Stiftung „Lebendige Stadt“ ermöglichen das Projekt

Offenbach - Er war ein Höhepunkt der Luminale 2010. Der EVO-Kohlekran leuchtet weiter jede Nacht. Es ist stets ein Schauspiel, wie gut 36 000 LED-Leuchten das Industriedenkmal illuminieren. Von Martin Kuhn

In diesem Jahr erhält die Stadt ein weiteres „Licht-Denkmal“ – die Eisenbahnbrücke an der Bieberer, Ecke Hebestraße. Die Beleuchtung soll das Brückenfachwerk, Stützen und die geschwungenen Stahlpfeiler betonen und das so genannte subjektive Sicherheitsgefühl erhöhen. Umsetzung: in diesem Jahr.

Illumination kostet 25.000 Euro

Ein neues Vorzeigeprojekt trotz leerer Stadtkasse? Ja! Möglich ist die geplante Illumination, weil die Stiftung „Lebendige Stadt“ die Kosten in Höhe von 25 .000 Euro für Lichtdesign und Ausführung übernimmt. Die Stiftung hatte im vergangenen Herbst einen bundesweiten Wettbewerb zur Illumination von Bahnunterführungen ausgelobt. Die Stadtplanung reichte ein Konzept zur Ausleuchtung der Bahnunterführung Bieberer Straße ein. Die Stiftung wählte diesen Vorschlag als förderungswürdig aus.

Es ist eins von 31 Projekten in 24 Städten; die Stiftung fördert die „Illuminationsoffensive“ mit 775 .000 Euro unter anderem in Aachen, Berlin, Düsseldorf, Hamm. Als Pilot- und Vorzeigeprojekt fungiert die Sternschanzenbrücke in Hamburg-Altona, realisiert von der Stiftung mit Handwerkskammer, Bahn AG und Philips. Neben weißem Licht kommen akzentuierende blaue LED-Leuchten zum Einsatz, welche die Konstruktion wirkungsvoll in Szene setzen. Der Energieverbrauch beträgt nach Angaben der Stiftung pro Stunde weniger als 1 KW – im EVO-Tarif „Clever“ wären’s 23,21 Cent.

Schneider: „Licht gibt Sicherheit“

Oberbürgermeister Horst Schneider ist angetan: „Mehr Licht gibt mehr Sicherheit. Mit den Mitteln der Stiftung wird es möglich, einen Entwurf umzusetzen, der auch städtebauliche Akzente an einer wichtigen Zufahrt in die Innenstadt setzt.“

Selbstverständlich setzen die Experten – wie beim Kohlekran – auf modernes Licht: Sie verwenden energieeffiziente LED-Technik, die gleichzeitig Umwelt und öffentliche Kassen schont.

Die Lichteffekte sollen die Ingenieurkunst der 1920 erbauten Überführung nachts zur Schau stellen. Das Lichtdesign ist zudem so ausgerichtet, dass eine bessere Orientierung möglich ist. Mehrere Wege verzweigen sich dort. Unten kreuzen Bieberer, Feld- und Hebestraße. Oben verlaufen zwei Bahnlinien auf nebeneinander liegenden Brücken in einer zeitgemäßen Stahlkonstruktion: ein zweigleisiger Übergang mit markanten Fachwerkträgern und eine eingleisige Brücke mit Unterzügen und Stahlstützen. Je nach Blickrichtung zeigt das Bauwerk zwei verschiedene gestaltete Seiten. Seine Abmessungen trennen an exponierter Stelle Innenstadt und südliche Quartiere auch optisch. „Eine unbefriedigende städtebauliche Situation“, heißt es im Planungsamt.

Düsterer Gesamteindruck soll sich ändern

Unter der Brücke lenkt eine Verkehrsinsel die einzelnen Fahrtrichtungen. Gleichzeitig erleichtert sie den Fußgängern das Überqueren der stark befahrenen Kreuzung. Auf ihr stehen die drei großen Stützen, eingefasst von Leitplanken. Sie behindern eine direkte Wegebeziehung. Im vielschichtigen Geflecht von Laufmöglichkeiten haben ortsfremde Fußgänger und Radler oft Probleme.

Eine schlechte Ausleuchtung unterstreicht den düsteren Gesamteindruck. Passanten fühlen sich gerade in den Abendstunden unsicher. Das soll sich ändern. Und wenn parallel die imposante und ekelhafte Verkotung durch diverse Stadttauben eingedämmt wird, wäre es tatsächlich ein großer Wurf.

http://www.youtube.com/watch?v=StACXA8d6o8

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