Lichtblick bei Gewerbesteuer

Offenbach (mad) - „IHK hadert mit der Stadt: Es bewegt sich nichts“ überschrieb unsere Zeitung vor kurzem einen Artikel, in dem sich die Handelskammer kritisch zum Rückgang der Gewerbsteuer im ersten Halbjahr äußert.

Dass sich nichts bewegt, will Kämmerer Michael Beseler nicht auf sich sitzen lassen: Der Rückgang (3,3 Millionen Euro) sei eine Momentaufnahme, sagt er gestern. Und dem Umstand geschuldet gewesen, dass Nachforderungen an drei Unternehmen erst im Juli fällig und in zwei Fällen auch gezahlt geworden seien, ergänzt Oberbürgermeister Horst Schneider. Bei dem dritten Betrieb („manroland“, d. Red.) sei wegen der Insolvenz wohl nichts mehr zu holen.

Die neuen Zahlen von Ende Juli stimmen Beseler aber wieder „sehr optimistisch“. Konkret: Die Solleinnahmen lagen bei 55,8 Millionen Euro und damit über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre von zirka 50 Millionen.

Beseler und der Chef des Kassen- und Steueramts, Michael Rebell, präsentieren eine Grafik, welche die Entwicklung der Gewerbesteuer seit 1994 zeigt: Abgesehen von Ausreißern nach oben zur Jahrtausendwende (1999: 82 Millionen), einem drastischen Einbruch 2002 sowie den Jahren 2004 (68 Millionen) und 2008 (63 Millionen) pendelten sich die Einnahmen um die 50 Millionen Euro ein. Erheblich ist der Anteil der Großfirmen am Gesamtaufkommen: Die Top 20 in der Stadt zahlen 60 Prozent der Gewerbesteuer. Nur die Hälfte von ihnen hat ihren Hauptsitz in Offenbach. Immer noch seien 50 Millionen Euro für eine Stadt wie Offenbach „indiskutabel gering“, plädiert der OB für eine Strukturreform.

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