Lichterfest im Büsingpark

Licht hinter hohen Bergen

Offenbach - Mit „Holadio“ und „Ahoi“ feierte Offenbach das zehnte Lichterfest im Büsingpark. Erstmals mussten die Gäste Eintritt zahlen – es gab viel Kritik. Dafür ist die Jubiläums-Veranstaltung zu ihren Wurzeln zurückgekehrt und hat schließlich alle überzeugt. Von Sarah Neder 

So manches ist neu beim zehnten Lichterfest im Büsingpark. Ein etwa hüfthoher Metallzaun rahmt das Festgelände ein, Teile der Berliner und der Kaiserstraße sind gesperrt und an vier Eingängen kontrollieren Sicherheitsleute, ob denn auch alle Besucher ein Bändchen ums Handgelenk tragen. Die Festgäste müssen Eintritt bezahlen – das war im Vorhinein die meistdiskutierte Neuerung beim Jubiläums-Lichterfest. Jutta Gardon, eine der freiwilligen Helfer vor dem Eingang des Sheraton-Hotels berichtet: „Viele Gäste holen ihre Karten erst hier an der Abendkasse. “ Ein spontaner Festbesuch sei also immer noch möglich. Die farbigen Bändchen gestatten es den Besuchern, auch mal das Gelände zu verlassen und ohne Probleme wieder hineinzugelangen.

Zwischen den Kerzenbildern lauschen die Besucher der Musik der Neuen Philharmonie Frankfurt.

Im Büsingpark zeigt sich die Veranstaltung ganz von ihrer vertrauten Seite. An den Getränkeständen finden sich die ersten durstigen Besucher ein und nippen an Bier, Wasser oder Weißweinschorlen. In der Mitte des Parks bilden Hunderte Gäste mit Campingstühlen eine Verlängerung von der Konzertbestuhlung. Einige haben Picknickkörbe dabei oder mit Kerzen gedeckte Tische vor sich. Die Helfer haben ihre typische gebückte Haltung eingenommen und zünden mit Stabfeuerzeugen Kerze für Kerze an, sodass orange-rote Lichtbilder entstehen. Passend zum musikalischen Motto der Neuen Philharmonie Frankfurt „Der Berg ruft... das Meer ruft zurück!“ haben viele Offenbacher Vereine ihre Lichtmotive gestaltet. So präsentieren die Vokalisten eine leuchtende Zeichentrick-Heidi, die freie evangelische Gemeinde zeigt die Arche Noah und der Kickers-Fan-Club trifft mit dem Lichter-Spruch „Der Berg ruft“ den Kern des Mottos.

„Der goldene Mann“ wurde wieder motto-gerecht, diesmal als Bergsteiger verkleidet.

Für den Organisator Matthias Müller dürften die Vorbereitungen des Lichterfest eine Berg- und Talfahrt gewesen sein. Vor der Veranstaltung wurde Müller noch heftig für die Eintrittspreise aufgrund des notwendigen Sicherheitskonzepts kritisiert. Der Abend selbst erwies sich für den Stadtsprecher allerdings als durchweg positiv. „Fremde Menschen haben mich angesprochen, wie toll sie das Fest dieses Jahr finden.“ Rund 6 600 Besucher waren dort. Im vergangenen Jahr seien es um die 10 000 gewesen, schätzt Müller: „Das war nicht mehr schön!“ Entgegen vieler Befürchtungen konnte das Lichterfest zur gediegenen Atmosphäre zurückkehren, bei der so mancher Offenbacher stolz ins Schwärmen gerät: „So etwas Tolles gibt’s noch nicht mal in Frankfurt.“ An einzelnen Stehtischen pflichtet man sich bei, dass die Begrenzung der Besucherzahl nötig gewesen sei. „Es ist viel besser als in den vergangenen zwei Jahren. Damals war das hier das reinste Geschiebe“, berichtet ein Gast.

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Auch Mitorganisatorin Regina Preis von den Stadtwerken ist überzeugt: „Die ursprüngliche Stimmung tritt wieder in den Vordergrund. Die Leute können flanieren, picknicken und das Konzert genießen.“ Aber nicht nur weniger Besucher, sondern auch weniger Vereine sind dieses Mal dabei. Regina Preis erklärt sich das so: „Das liegt unter anderem an den Sommerferien. Viele sind im Urlaub und können deshalb nicht beim Aufbau helfen.“

Bilder vom Lichterfest 2014

Lichterfest 2014 im Büsingpark

Trotzdem können sich die Organisatoren über die 500 Ehrenamtlichen freuen, die neben den Lichtarrangements auch beim Bändchen-Verkauf, am Eingang oder an den Cateringständen anpacken. „Das Team hat zu dem Erfolg des Festes beigetragen“, so Müller. Das Lichterfest sei dieses Jahr wieder zu seinen Ursprüngen zurückgekehrt, ist er sicher und bekennt: „Es ist eine Kulturveranstaltung und keine Fete. Das war auch nie so gedacht.“ Sogar der Rotary-Club, der sich zuvor vehement gegen das Eintrittsgeld wehrte, habe Veranstalter Müller gelobt, der das Konzept für die kommenden Lichterfeste so beibehalten will.

Rubriklistenbild: © Georg (4), Neder (1)

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