Kooperation soll beim Bewerben helfen

Lidl unterstützt Scholl-Schüler

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Die Kooperation zwischen Lidl, IHK und Geschwister-Scholl-Schule ist perfekt. Über den Partnerschaftsvertrag freuen sich (von links): Ary Zietz (Personalleiter Lidl), Friedrich Rixecker (IHK), Schulleiterin Fanni Mülot und Lehrer Tim Beckmann.

Offenbach - Der Discounter Lidl und die Geschwister-Scholl-Schule gehen bei der Berufsvorbereitung Jugendlicher einen neuen Weg. Schon lange bevor Schüler Betriebspraktika absolvieren, nimmt Lidl sie unter seine Fittiche.

Der Discounter bietet Bewerbungstrainings an, vermittelt den Schülern Kommunikationstechniken und lädt sie zu Schnuppertagen in Filialen ein. Das soll den Jugendlichen die Antwort auf die entscheidende Frage erleichtern: „Welcher Beruf passt zu mir?“

Eingebunden in dieses Konzept sind die Lehrer und Eltern. „Wir können uns zum Beispiel vorstellen, bei einem Elternabend an der Geschwister-Scholl-Schule den Eltern Informationen anzubieten darüber, was ein Unternehmen von jugendlichen Bewerbern erwartet. Zum Beispiel stellen wir fest, dass manchen nicht klar ist, wie wichtig die Kopfnoten oder die Zahl der Fehltage im Zeugnis sind“, erläutert Lidl-Personalleiter Ary Zietz.

Zweck der Übung ist es überdies, Jugendliche über das nur bedingt aussagekräftige Zeugnis hinaus als mögliche Auszubildende kennen zu lernen. „Das ist aber nicht unser Hauptziel. Vielmehr sehen wir als Unternehmen die Notwendigkeit, etwas zur Persönlichkeitsbildung der Jugendlichen beizutragen. Und das möglichst lange vor Beginn der Ausbildung“, beschreibt Zietz die Motive seines Arbeitgebers.

Schuler und Beruf enger zusammen

Konkrete Schritte des Projekts stehen bevor. Am 9. September möchte die Geschwister-Scholl-Schule in ihrer Gesamtkonferenz einen Besuchstermin von Kollegium und Schülern in der Lidl-Zentrale Alzenau festlegen. Zudem wird der Lebensmittel-Riese womöglich ein Filmprojekt der Schule unterstützen. Ein Azubi, der ehemals die Schule im Stadtteil Bieber besuchte und am 1. September bei Lidl anfängt, soll mit der Kamera begleitet werden.

Der Discounter und die Schule haben über diese Zusammenarbeit und die speziellen Förderangebote ab der Jahrgangsstufe 5 einen Partnerschaftsvertrag geschlossen. Initiator der Partnerschaft ist die Industrie- und Handelskammer Offenbach (IHK). IHK-Referent Thomas Süsser knüpfte Kontakt zu Lehrer Tim Beckmann. Dann ging alles sehr schnell.

Das war natürlich ganz im Sinne des bei der IHK für die Aus- und Weiterbildung verantwortlichen Geschäftsführes Friedrich Rixecker: „Um die Ausbildungsreife der Schülerinnen und Schüler zu verbessern, müssen Schule und Beruf enger zusammen arbeiten“, appelliert er. Schließlich gebe es einerseits viele offene Ausbildungsstellen, andererseits werde ein Mangel an adäquaten Auszubildenden beklagt.

Eingebettet ist das Projekt in das von der Landesregierung gestützte Qualifizierungsmodell „OloV“. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich der komplizierte Bandwurm-Titel „Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit bei der Schaffung und Besetzung von Ausbildungsplätzen in Hessen.“ Schulen, staatliche Schulämter, IHKs, Berufsverbände und andere nehmen daran teil.

bp

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