OF-PROJEKT* kombiniert Kunst und Stadtentwicklung

Liebeserklärungen an Offenbach

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Mit ihrem mobilen Stadtteilbüro touren Viviane Niebling und Florian Richard derzeit durch Offenbach.

Offenbach - Was halten Offenbacher von der Stadtentwicklung? Welche Einschnitte aus der Vergangenheit haben sie geprägt? Welche Veränderungen wünschen sie sich für die Zukunft? Das wollen Anna Kapsner, Viviane Niebling und Florian Richard von OF-PROJEKT* herausfinden.

Im Gespräch mit Steffen Müller verraten die Studenten, warum sie die private Initiative gegründet haben und wie sie die Ergebnisse aus der Bürgerbefragung künstlerisch darstellen wollen.

Derzeit tourt ihr mit eurem mobilen „Stadtteilbüro Diskurs“ durch Offenbach. Was ist das Ziel eures Projekts?

Wir wollen Kunst und die Diskussion über Stadtentwicklung miteinander verbinden. Derzeit befinden wir uns in der Recherche- und Beobachtungsphase. Wir sammeln vor Ort persönliche Geschichten, Erinnerungen, Wünsche und Zukunftsvisionen von Bürgerinnen und Bürgern über die Offenbacher Stadtentwicklung. Diese Erzählungen wollen wir in Performance-Kunst umsetzen und damit die Stadt bespielen.

Wie sollen die Ergebnisse präsentiert werden?

Ob das „klassisches“ Theaterspiel, Projektionen, Installationen oder etwas anderes wird, hängt von den Ergebnissen der Gespräche ab. Fest steht, dass es an den ersten beiden Septemberwochenenden nächtliche „Performance-Walks“ zu fünf mehr oder weniger auffälligen Orten der Stadt geben soll, an denen es Aufführungen geben wird. Welche Orte das sind, wird aber erst am Abend verraten, jedoch sind es immer Räume, die sich selbst durch Beleuchtung in Szene setzen.

Warum die Kombination aus Kunst und Stadtentwicklung?

In den letzten Jahrzehnten hat sich in Offenbach so viel getan und momentan verändert sich wieder so viel. Wir möchten auf einer persönlichen Ebene erzählen, wie sich die Stadtentwicklung auf einzelne Offenbacher ausgewirkt hat. Was bedeutet es beispielsweise, dass Altes abgerissen wird und Neues entsteht? Was erhoffen sich die Offenbacher für die Zukunft? Und genauso wie die Stadt ist die Kunst derzeit im Wandel. Es gibt eine Grundsatzdiskussion über die Neuerfindung des Theaters. Auch Offenbach ist es wert, eine andere Form von Theater zu bekommen.

Im Dialog mit den Bürgern kommen sicherlich verschiedene Aspekte über Offenbach zum Vorschein. Wie laufen die Gespräche bisher?

Die meisten Reaktionen sind sehr positiv. Natürlich wird auch mal über die Stadt geschimpft und das ist auch richtig und wichtig. Wir wollen nichts beschönigen und ein realistisches Bild wiedergeben. Aber wir bekommen auch immer wieder Liebeserklärung über Offenbach zu hören.

Kennen Sie die Wappen aus der Region?

Wie klingt so eine Liebeserklärung?

Eine Frau aus Frankfurt kam extra in unser mobiles Stadtteilbüro um uns zu erzählen, dass sie regelmäßig nach Offenbach kommt, um hier zu entspannen. Das sei in Frankfurt nicht möglich. Eine andere Frau hat schon in mehreren Großstädten gewohnt, aber erst hier fühlt sie sich richtig wohl. Für sie ist Offenbach so spannend und lebendig wie Berlin, nur kleiner und persönlicher. Schön war auch ein kleiner Junge, der hier geboren ist und für immer in Offenbach bleiben will. Wenn er groß ist, will er Bürgermeister werden.

Wie steht ihr zur derzeitigen Stadtentwicklung?

Um uns geht es nicht. Wir sind keine Meinungsmacher und gehen neutral in die Gespräche mit den Menschen. Natürlich kennen wir den Masterplan und auch die Veränderungen in der Vergangenheit. Unser Ziel ist es, einzelne Geschichten von Offenbachern sichtbar zu machen.

Mit eurem mobilen „Stadtteilbüro Diskurs“ steht ihr dieses Wochenende noch am Hafenplatz. Endet damit die Beobachtungs- und Recherchephase?

Nein, wir sind für weitere Anregungen und Geschichten jederzeit dankbar. Auch am Mainuferfest sind wir heute Abend mit unserem mobilen Stadtteilbüro präsent. Außerdem kann man uns per E-Mail kontaktieren. Alle Geschichten werden natürlich anonym behandelt, jeder ist willkommen.

Weitere Infos: www.of-projekt.de

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