„2. Liga ist in diesem Stadion nicht möglich“

Offenbach -„Heute ist ein sehr guter Tag für Kickers Offenbach“, freut sich OFC-Vizepräsident Thomas Kalt bei der Vorstellung des Konzepts für einen Stadionneubau in Offenbach.  Von Jochen Koch

Die Verantwortlichen beim Drittligisten sind zuversichtlich (Kalt: „Ein Scheitern des Projekts kann ich mir nicht vorstellen“), dass die 15-Millionen-Lücke in der Finanzierung mit Hilfe des Landes Hessen geschlossen wird. „Stadt und Verein haben mit ihrer Zusammenarbeit ein wichtiges Signal gegeben.“

Lesen Sie den Bericht zum Stadionneubau sowie den Kommentar von Martin Kuhn. Oder schauen Sie das Video zur Pressekonferenz.

Für die Offenbacher Kickers ist ein Stadionneubau von existenzieller Bedeutung. Denn die Deutsche Fußball-Liga hatte dem Verein im März die Lizenz für die 2. Liga nur unter der Auflage erteilt, dass der Klub in einem anderen Stadion gespielt hätte. „Die DFL hat klar gesagt, Zweitliga-Fußball ist in diesem Stadion nicht mehr möglich“, berichtet Kalt und erteilt damit allen Nostalgikern, die auf ewig dem Stadion Bieberer Berg hinterhertrauern, eine Absage. Er ist sich zudem sicher, „dass uns das neue Stadion einen klaren Wettbewerbsvorteil verschafft“.

Herr Kalt, für die DFL ist der Bieberer Berg nicht zweitligatauglich. Was passiert, wenn die Kickers, wie angestrebt, 2010 in die 2. Liga aufsteigen?  

Wir gehen davon aus, dass es wegen des Stadionneubaus eine Ausnahmegenehmigung geben würde. Das war bei anderen Vereinen auch der Fall.

Sind die Kickers mit dem Projekt Stadionneubau jetzt am Ziel ihrer Wünsche?

Wir sind im Moment sehr zufrieden, weil wir das Signal bekommen haben, dass die Stadt Offenbach sich eindeutig zum OFC bekennt. Die Stadt hat die Probleme erkannt, nimmt sie als Aufgabe an.

Die Stadt bringt 10 Millionen Euro ein, die Kickers zahlen 450000 Euro Miete pro Jahr. Wer kommt für die restliche Summe auf?

Rechnerisch fehlen 15 Millionen Euro. Es gibt verschiedene Modelle. Mit Sicherheit wird es eine Anfrage an das Land Hessen geben, das Projekt zu unterstützen, da laufen politische Gespräche. Wir sind sehr optimistisch, dass wir diesen letzten Schritt jetzt auch hinbekommen.

Gilt der Mietpreis nur für die 3. Liga?

Das ist ein Mittelwert, gilt für 2. und 3. Liga. Für uns ist der Mietpreis im neuen Stadion leichter zu erbringen, als das, was wir jetzt im alten Stadion leisten müssen. Man muss sagen, dieses Projekt verschafft Kickers Offenbach einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Fast jedes neue Stadion bekommt auch einen neuen Namen. Gibt es für Offenbach schon Interessenten?

Das liegt nicht in Händen der Kickers, sondern bei der Betreibergesellschaft. Wir werden das mit unserer neuen Marketingagentur natürlich unterstützen.

Wie hoch ist die Summe, die man für die Namensrechte eingeplant hat? So hoch wie die Miete, die der Verein zahlt?

Das weiß ich nicht. Aber erfahrungsgemäß liegt es in etwa dieser Größenordnung.

Beginnt jetzt eine neue Ära für Kickers Offenbach?

Ich glaube schon. Wir sind in der 2. Liga an extreme Vermarktungsgrenzen gestoßen und mussten im Komfortbereich extreme Abstriche machen. Ein neues Stadion wird ein Riesensprung für Kickers Offenbach werden. Das ist die Grundlage für alles.

Was sind die Ziele mit dem Stadion im Rücken?

Jetzt müssen wir schauen, dass wir die Mannschaft Zug um Zug verbessern können. Wir wollen kommende Saison die ersten drei Plätze angreifen und versuchen, schon 2010 den Schritt in die Liga zu schaffen, die das neue Stadion braucht.

Kommentare