2500 Besucher beim Lions-Fahrradbasar

Großer Andrang in der Tiefgarage

+
Vom Kinderrad bis zum behindertengerechten Velo war beim Basar alles vertreten.

Offenbach - Windig, kühl und Regenschauer. Kein Wetter für eine gemütliche Radtour, aber ein guter Tag zum Fahrradkauf. Von David Heisig 

Das dachten sich zumindest die 2500 Besucher, die anlässlich des Fahrradbasars des Lions-Clubs Offenbach das Parkhaus der Industrie- und Handelskammer an der Frankfurter Straße bevölkerten. Etwa 400 Räder warten dort auf neue Besitzer. Der Erlös aus Eintrittsgeldern, Verkaufsgebühren, Provisionen und Bewirtung kommt karitativen Projekten zugute. „Uns geht es immer darum, dass das Geld irgendwo in der Stadt Offenbach bleibt“, erklärt Organisator Stefan Rinke. In diesem Jahr arbeitet der Lions-Club mit dem Verein zur Förderung der Evangelischen Gemeindekrankenpflege zusammen.

„Ich bin hin und weg, was für ein Betrieb ist“, freut sich dessen Vorsitzender Klaus Hillingshäuser. Mit der Aktion „Zeit für Menschlichkeit“ unterstützt der Verein die Pflege von Alleinstehenden zu Hause. So ermögliche man den Menschen Zeit für jene Annehmlichkeiten, welche die Pflegekassen nicht mehr bezahlen. Zum Beispiel einen Besuchsdienst, der vorliest oder in alten Fotoalben schmökert. Der Lions-Club ist überzeugt, dass Verkäufer und Besucher wissen, dass ihr Geld in gute Hände kommt. „Die Projekte werden wahrgenommen“, glaubt Rinke. Viele spendeten ihr Rad auch einfach.

Schon früh sieht man am Eck Frankfurter und Ludwigstraße eine hohe Dichte an Fahrrädern. Die 20 Ehrenamtlichen des Clubs haben viel zu tun: Interessenten das Prozedere erklären, die Ankommenden auf den ausgezeichneten Parkplatz einweisen oder fliegende Händler vertreiben. Diese witterten die Chance, Fahrräder vorher abzukaufen.

Fahrradcheck für den Frühling

Ansonsten gilt: Verkäufer lassen ihre angebotenen Räder bis 12 Uhr registrieren, die Lions-Club-Helfer kennzeichnen die Velos mit Daten und Preis und stellen sie anschließend aus. Im Durchschnitt kosten die Räder um die 100 Euro, für besondere Stücke rufen Sammler jedoch teils hohe Summen auf. Mountainbikes, Rennräder oder City-Flitzer: Alles ist dabei, sogar richtige Spezialanfertigungen. Etwa ein behindertengerechtes Velo für 1700 Euro oder ein modernes E-Bike für 1000 Euro. Auch ein puristisches Ein-Gang-Rad, neudeutsch Fixie, weckt Begehrlichkeiten.

Verkäufer Klaus Ritzel möchte gleich zwei Velos an den Mann bringen. Ein Kinderrad, das zu klein geworden ist, und das seiner Frau. Ein Herrenrad. „Sie will jetzt ein Damenrad“, erzählt er lachend. Beide hätten schon oft von der Aktion gelesen. Nun ist Ritzel zum ersten Mal dabei. Später will er sich auch mal umschauen.

Downhill auf einem Rad

Ein optimistischer Plan. Denn als pünktlich um halb eins Ordnungsdezernent Felix Schwenke den Basar eröffnet, gibt es kein Halten mehr. Die Massen strömen die Abfahrt hinab. Drinnen geht es gedrängt zu. Eine Schlacht um die besten Angebote entbrennt aber nicht. Vielmehr begutachten die Kunden das Feilgebotene.

Wer sich nicht sicher ist, schiebt das anvisierte Rad zur Technikkontrolle. Dort kann der Interessent dessen Funktionstüchtigkeit wenigstens per Augenschein untersuchen lassen. 90 Prozent der Räder gingen weg, so der Club. Was stehenblieb, war einfach zu teuer.

Mehr zum Thema

Kommentare