Umbau des Kaiserleikreisels

Auf der Liste ganz weit oben

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Schauten sich gestern die Umbaupläne an (von links): Staatssekretär Rainer Bomba, Alexander Pilz von Hessen Mobil, Oberbürgermeister Horst Schneider und CDU-Bundestagsabgeordneter Peter Wichtel.

Offenbach - Für den Umbau des Kaiserleikreisels sind die ersten Planungsleistungen vergeben worden, die Ausschreibung für das Mammutprojekt ist im nächsten Jahr vorgesehen, 2015 soll es fertig sein. Von Matthias Dahmer

Gestern bekräftigen die Beteiligten beim Ortstermin die verkehrs- und wirtschaftspolitische Bedeutung des Vorhabens. Es darf als Bestätigung dessen gewertet werden, was skeptische Stimmen wegen fehlender letzter Zusagen noch anzweifeln: Der Umbau des Kaiserleikreisels wird kommen. Da sind sich der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Rainer Bomba (CDU), sein Parteikollege Peter Wichtel als hiesiger Bundestagsabgeordneter und Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) ziemlich sicher.

„Kaiserlei-Umbau steht in der Finanzplanung weit oben“

Bislang sieht die Finanzierung des zirka 14 Millionen Euro teuren Umbaus der Anschlussstelle A 661, des dicksten Brockens im 26 Millionen Euro umfassenden Gesamt-Umbaupaket, so aus: 5,84 Millionen Euro oder 41,6 Prozent zahlt der Bund. Der Rest, knapp 8,2 Millionen (58,4 Prozent), wäre theoretisch vom klammen Offenbach zu tragen, wird aber vom Land Hessen übernommen, das sich dafür wiederum aus gesetzlichen Fördertöpfen des Bundes bedient.

Weitere 8,7 Millionen Euro, die in den Gesamtumbau fließen, kommen von Frankfurt, wobei der größe Teil der Summe (5 Millionen) aus dem Verkauf von Offenbacher Kaiserlei-Grundstücken an den großen Nachbarn stammen. Der Rest ist ein Baukostenzuschuss seitens der Stadt Frankfurt.

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Der Regierungspräsident als Wächter über die städtischen Finanzen, sagt Horst Schneider, werde dem Projekt wohl keine Steine mehr in den Weg legen. Als Indiz dafür wertet er dessen Freigabe städtischen Geldes für erste Planungsleistungen.

Staatssekretär Bomba und Alexander Pilz, Regional-Bevollmächtigter von Hessen Mobil, dem früheren Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen, betonen, der Kaiserlei-Umbau stehe in der Finanzplanung ihrer Ministerien weit oben auf der Liste. „Mit der Haushaltsaufstellung in diesem Jahr wird es mit dem Projekt klappen“, sagt der aus Schlüchtern stammende Bomba, der von 1998 bis 2000 Leiter der Abteilung Arbeitsvermittlung und -beratung beim Arbeitsamt Offenbach war.

Neue Bauwerke sollen 20 Prozent mehr Verkehr aufnehmen

Auch für Peter Wichtel führt kein Weg am Umbau vorbei. Neben dem verkehrspolitischen Aspekt verweist er auf die wirtschaftliche Bedeutung des Rückbaus für Offenbach. Mit Blick auf die Kritik aus den Reihen der Offenbacher CDU am Projekt, formuliert er: „Ich als Bundestagsabgeordneter werde für den Umbau kämpfen, für meine Offenbacher Freunde kann ich nicht sprechen.“

Um den zunehmenden Verkehr aufnehmen zu können, soll der Kaiserleikreisel, wie berichtet, zurückgebaut sowie Regional- und Fernverkehr weitgehend entflochten werden. Wer von Offenbach nach Frankfurt will, wird über die Berliner Straße gelenkt, die künftig kreuzungsfrei unter der Autobahn hindurch südlich von Hyundai in einem Bogen auf die Strahlenbergerstraße geführt wird. Die eigentlichen Kreuzungen entstehen in Höhe der Kaiserleibrücke, dem nördlichen Teil des heutigen Kreisels. Dort soll über zwei ampelgeregelte Knoten der gesamte Verkehr von und zur Autobahn laufen.

Die neuen Bauwerke sollen 20 Prozent mehr Verkehr aufnehmen als bisher, verteidigen die Planer ihr Projekt gegen die in der Öffentlichkeit vorherrschende Meinung, Kreuzungen am Kaiserlei könnten einfach nicht leistungsfähiger sein als Kreisel. 65.000 Fahrzeuge rollen derzeit täglich durch den Kaiserlei. 2020 werden es laut Berechnungen 79.000 sein.

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