Mit der Lizenz für Qualität

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Weil sie für Qualität in der Ausbildung von Tagesmüttern sorgt, hat die Vhs das „Gütesiegel zur Qualifizierung von Tagespflegepersonen“ erhalten. Gabriele Botte (v.l.) und Ute Schaich freuten sich über die Auszeichnung durch Ursula Dietz-König (Kinder Tagespflege-Büro) im Beisein von Paul-Gerhard Weiß.

Offenbach ‐ 300 Kinder werden in Offenbach täglich von Tagesmüttern betreut. 90 Ersatzmamis sind dafür im Einsatz, wechseln Windeln, spielen, trösten und erleichtern den Abschied von Mama und Papa. Die Nachfrage wächst. Von Katharina Platt

Das „Aktionsprogramm Kindertagespflege“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend soll Abhilfe schaffen. Ziel des Projekts ist es, das bestehende Angebot in drei Jahren zu verdoppeln. 90 Leute sollen dafür ausgebildet werden. Das hessische Kindertagespflege-Büro hat nun der Vhs das „Gütesiegel für Bildungsträger zur Qualifizierung von Kindertagespflegepersonen“ verliehen.

Unter dem Siegel wurden erstmals Standards entwickelt, die für eine optimale Schulung der Betreuungskräfte sorgen und den zertifizierten Einrichtungen Orientierung bieten. Seit 1996 bildet die Vhs Tagesmütter aus. „Durch das Aktionsprogramm konnte ein Qualitätssprung erzielt werden“, sagt Fachbereichsleiterin Ute Schaich, bei einer Pressekonferenz. In 160 Stunden werden Interessierte nun zu qualifizierten Tagesmüttern ausgebildet. In den Kurs ist ein Praktikum integriert, außerdem besteht eine enge Zusammenarbeit mit den Kindertagesstätten der Stadt.

Im April beenden erste Teilnehmerinnen ihren Kurs

Die Teilnehmerinnen durchlaufen ein intensives Auswahlverfahren. Sie absolvieren ein Schnupperpraktikum, schreiben Tests und müssen Führungs- und Gesundheitszeugnisse vorweisen. „Wir wollen sicher sein, das die Frauen wissen, worauf sie sich einlassen“, erklärt Projektleiterin Susan Melzer-Soltani das Verfahren. Diese Gewissenhaftigkeit hat einen Sinn. Schließlich sollen die Qualitätsstandards ausgebaut und gesichert werden. Elf angehende Tagesmütter drücken aktuell die Schulbank. Zwei Monate lang bereiten sie sich auf ihr neues Aufgabenfeld vor. Stadtrat Paul-Gerhard Weiß, betonte die Bedeutung einer Qualifizierung des Betreuungspersonals und der Ausbilder. Die Volkshochschule erhielt als zweite hessische Einrichtung das Gütesiegel. „Die Vhs hat ein großes Interesse an Qualität“, sagt Julia Schulz, Qualitätsbeauftragte des Kinder Tagespflege-Büro. Sie steht in intensivem Austausch mit ihren Kooperationspartnern und ermöglicht den Teilnehmern frühe Einblicke in die Praxis.

Im Mai und Oktober starten weitere Seminare. Infos gibt es bei Susan Melzer-Soltari unter Tel.: 069/ 8065-2278 und am Donnerstag, 4. März, ab 16 Uhr im Saal 3 des Rathauses.

Die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, der Mainarbeit und dem Eigenbetrieb Kindertagesstätten ist dabei unerlässlich. Die Mainarbeit vermittelt Interessierte, der Eigenbetrieb sorgt für die Zusammenarbeit mit den Kitas, und das Jugendamt finanziert die Schulungen. 1.000 Euro kosten diese pro Person. Bezuschusst wird das Projekt vom Europäischen Sozialfond. Im April beenden die ersten Teilnehmerinnen ihren Kurs mit einer Prüfung. Dann dürfen sie als zertifizierte Tagesmütter arbeiten. „Der Beruf ist dabei, sich zu professionalisieren“, sagt Ute Schaich.

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