Arbeiten und Wohnen

Lofthaus-Projekt im Hafen vorgestellt 

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Große Fenster und Terrassen zum Hafenbecken hin prägen den Wohnbereich der Lofts. Nach Norden schließen sich Gewerberäume an. Im Erdgeschoss ist Gastronomie vorgesehen.

Offenbach - Gemessen an dem, was flächenmäßig sonst noch so im Hafen gebaut wird, ist es fast nicht der Rede wert. Und doch kommt dem gestern vorgestellten Projekt „Lofthaus Ahoi“, das auf einer Fläche von 800 Quadratmetern auf der Hafeninsel entstehen wird, besondere Bedeutung zu. Von Matthias Dahmer

Markiert das mit neun Millionen Euro veranschlagte Objekt des Düsseldorfer Investors BeeCapital doch den Start des dritten und letzten Bauabschnitts im Hafen, dessen Entwicklung damit schneller voranschreitet als geplant. Bei Vorstellung der Pläne gestern in der alten Hafenmeisterei sparen die Beteiligten nicht mit Superlativen: Als „einzigartig“ und „modellhaft“, als „architektonischer Solitär“ wird beschrieben, was bis Mitte 2017 auf der Hafeninsel östlich neben der neuen Auto- und Fußgängerbrücke stehen soll.

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Wie Investor Marc Seeger, Geschäftsführer von BeeCapital, erläutert, sind in dem sechsstöckigen Gebäude in fünf Voll- und einem Staffelgeschoss jeweils bis zu 400 Quadratmeter große Lofts mit Raumhöhen von etwa drei Metern geplant, die zum Verkauf angeboten werden. Die Preisen, verspricht er, werden knapp unter denen für Wohnungen liegen. Auf der Südseite, zum Hafenbecken hin, ist in einem Drittel der jeweiligen Etage dank von der Stadt genehmigter Umnutzung Wohnen möglich. Der Rest kann mit Gewerbe, zum Beispiel Kanzleien oder Praxen, gefüllt werden. Im Erdgeschoss soll sich Gastronomie mit Außenbewirtschaftung ansiedeln. Erste Gespräche mit interessierten Offenbacher Wirten seien geführt, sagt Investor Seeger.

Architekt Jan Schulz vom Frankfurter Büro „b22 Architekten + Stadtplaner“ weist auf die Herausforderung hin, die sich für ihn mit Blick auf die künftige, deutlich höhere westliche Nachbarbebauung ergeben hat: Damit sich das Lofthaus „architektonisch behaupten“ kann, wurden für die Fassade robuste dunkle Klinker gewählt, die im Kontrast zu großen Fenstern und Terrassen zur Hafenseite hin stehen.

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Für den Düsseldorfer Investor und den Frankfurter Architekten ist der Offenbacher Hafen kein Neuland: Haben sich doch BeeCapital bereits als Co-Investor und b22 als Architekten für das Projekt „Marina Gardens“ vorgestellt. Das sieht auf 7 300 Quadratmetern zwischen Nordring beziehungsweise neuer Hafenallee und Hafenbecken ein Mischquartier mit begrünten Wohnhöfen, kleinteiligem Gewerbe und Gastronomie vor. Auch dieses Vorhaben soll 2016 starten.

Daniela Matha, Chefin der für die Hafenentwicklung zuständigen Stadtwerke-Tochter OPG, betont, die Kombination von Wohnen, Gewerbe sowie die Möglichkeit, dies als Eigentum zu erwerben, seien eine Besonderheit. Zugleich macht sie darauf aufmerksam, dass von heute an die neue Brücke über das Hafenbecken zunächst für Baustellenfahrzeuge freigegeben ist. Mit dem vier Millionen Euro teuren Bauwerk werden so die neuen Hafenbewohner im östlich gelegenen ersten Bauabschnitt entlastet, die bislang den ganzen Lkw-Verkehr abbekommen haben. Oberbürgermeister Horst Schneider zeigt sich überzeugt, das Lofthaus werde nicht dem architektonischen Zeitgeist huldigen, sondern dauerhafte Qualität haben.

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