Keine Druckerei mehr

Lückenschluss im Nordend: 45 neue Wohnungen

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Offenbach - Mato-Gelände an der Bieberer Straße, die künftigen Kappus-Höfe an Luisen- und Ludwigstraße: Der Wohnbau-Boom verwandelt ehemalige Gewerbeflächen. In kleinerem Umfang geschieht das auch in der Bettinastraße. Wo viele Jahre gedruckt wurde, kommen bald Menschen unter. Von Thomas Kirstein

Die Hausnummer 77 in der nach der Romantikerin Bettina von Arnim, geborenes Fräulein Brentano, benannten Straße war bislang eine Unterbrechung sowohl von der Optik als auch von der Nutzung her: Zwischen zwei fünfgeschossigen Wohnblöcken kauerte, zurückgesetzt von der Straße, das flache Vorderhaus erst der Druckerei Giese, dann von Berthold Druck. Seit Ende des vergangenen Jahres ist das 2800 Quadratmeter große Areal verkauft, die Druckerei Berthold an die Mühlheimer Straße umgezogen. Was die neuen Eigentümer dort vorhaben, bedeutet einen Lückenschluss im Nordend – dem Trend entsprechend geht es auch hier weg vom Gewerbe hin zum Wohnungsbau. Der vordere Teil des Neubaus wird an die Straßenlinie heran rücken und auf die Höhe des rechten Dachfirst wachsen.

Käuferin und Investorin ist die Frankfurter Diehl Projekt und Verwaltungs-GmbH & Co KG. Seniorchef Götz Diehl ist einer von zwei Brüdern, die 1988 die familieneigene Handelskette Radio Diehl an die damals noch elektronikbranchen-fernen Rewe-Leibbrand-Handelsgruppe verkauften. Die Bettinastraße 77 ist Diehls erstes Projekt in Offenbach, wie Juniorchef Tobias Diehl verrät. „Das Areal ist uns angeboten worden“, erzählt er und fügt scherzhaft hinzu: „Wir hatten nichts gegen Offenbach.“ Es sei ja auch eine schöne Entwicklung, die gerade in der Nachbarstadt stattfinde. Bislang ist das Unternehmen in seinem Stammgebiet Berlin und Wiesbaden tätig.

Das Offenbacher Objekt besteht aus einem Vorderhaus mit – so lässt es der Entwurf des Architektenbüros Hahnefeld erkennen – ansprechend mit Erker gegliederter Fassade, fünf Vollgeschossen sowie ausgebautem Mansarddach. 15 Wohnungen und zwei Gewerbeflächen im Erdgeschoss entstehen dort.  Durch eine Toreinfahrt geht es in den hinteren Teil des Geländes, wo sich ein längerer Trakt mit 30 Wohnungen anschließt.

Die insgesamt 45 allesamt zur Miete angebotenen Einheiten haben ein bis vier Zimmer mit Grundflächen von 33,4 bis 100,3 Quadratmeter. Eine Keller-Tiefgaragen-Kombination bietet 32 Abstellplätze für Autos und 88 für Fahrräder. Fast jede der standardmäßig ausgestatteten Wohnungen besitzt einen, teils auch einen zweiten Balkon.

„Wir haben keine bestimmte Zielgruppe“, sagt Tobias Diehl, „das Angebot ist für Singles, Pärchen und Familien.“ Der Hof wird Grünfläche mit Kinderspielplatz; Erdgeschoss-Wohnungen des Hinterhauses bekommen ein Gärtchen. Inzwischen ist der Abriss der bestehenden Gebäude beinahe abgeschlossen. Demnächst beginnen die Ausschachtungsarbeiten. Die Bauherren rechnen mit der Fertigstellung in der zweiten Jahreshälfte 2018.

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