Lümmel-Liebe

Wir hatten ja nichts! Wer hat diesen Spruch wohl noch nicht aus dem Munde eines älteren Mitmenschen gehört? Doch dieser Lieblingssatz jener Zeitgenossen jenseits der 60 entspricht nur bedingt der Wahrheit. Gerade die kargen Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg waren geprägt vom Anpacken und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Von Thomas Holzamer

Der Beginn des Deutschen Wirtschaftswunders, dessen Aufbruchstimmung und Hoffnung spiegeln sich deshalb in den Filmen jener Zeit wider. Auch heute sind mir die alten Klassiker noch immer die liebsten, erinnere ich mich gern an die eigene Schulzeit zurück, als auf dem Fernsehschirm Hansi Kraus als Pepe der Paukerschreck gemeinsam mit seinen Lümmeln von der ersten Bank die Lehrer in den Wahnsinn trieb. Und wenn heute Heinz Erhardt, Hans-Joachim Kulenkampff, und Walter Giller mit ihrem Hund Sputnik als „Drei Mann in einem Boot“ auf der Flucht vor ihren anhänglichen Frauen den Rhein herunter schippern, ist der Samstagnachmittag perfekt.

Klar, wer Action, Geballer und aufwendige Spezialeffekte sucht, wird enttäuscht. Dafür gibt es ein Stück heile Welt direkt ins heimische Wohnzimmer. Zugegeben, so manches ist auch in den alten Streifen ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber wer eine Folge von „Deutschland sucht den Superstar“ überstanden hat, den kann auch der junge Heintje nicht mehr schocken.

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