Eine Luftnummer ohne Gitarre

Offenbach - Luftnummer in der Offenbacher Fußgängerzone: Die Luftgitarren-Weltmeisterin Aline Westphal hat eine Kostprobe ihrer Künste gegeben. Bewaffnet mit der imaginären Gitarre zeigte sie eine kurze, aber wilde Einlage. Von Angelika Pöppel

Ohne Gitarre und ohne Zuschauer spielte Aline Westphal in der Offenbacher Fußgängerzone. Die Weltmeisterin im Luftgitarrespielen riskierte dabei blaue Flecken und kaputte Schuhe. Nach einer Minute war die wilde Show vorbei.

Sie schüttelt ihre roten Haare, schmeißt die unsichtbare Gitarre in die Luft, fängt sie wieder auf, und zerschmettert sie am Ende auf dem Bürgersteig. Aline Westphal, Weltmeisterin im Luftgitarrespielen, hat in Offenbach alles gegeben. Einer der wenigen Passanten applaudierte begeistert. „Es darf einem nichts peinlich sein“, sagt die 27-Jährige. Sie sei es gewohnt belächelt zu werden. Doch in Frankfurt wurde sie sogar bestraft. Das Ordnungsamt verscheuchte sie nur ein paar Stunden vorher von der Einkaufsmeile Zeil. Der Veranstalter – Radiosender Bob – hatte keine Genehmigung für die Musik aus dem kleinen CD-Player. Das ist wohl auch der Grund, warum die Weltmeisterin in Offenbach nach nur einer Minute Rumgezappel wieder verschwand.

Dabei ist sie ein Star in der Luftgitarren-Szene. Sie holte in diesem Jahr zum ersten Mal die Krone nach Deutschland. Am liebsten rockt sie zu AC/DC und den Foo Fighters. Obwohl sie die Gitarre beherrscht, verzichtet sie auf das Instrument. „Ich gehe einen Schritt weiter“, sagt sie. Damit es echt aussieht, bewegt die 27-Jährige ihre Finger passend zu den Gitarrentönen aus den Lautsprechern. „Luftgitarrespielen ist wie Playbacksingen“, erklärt Westphal. Zusätzlich muss sie bekannte Bewegungen von Legenden wie Jimi Hendrix oder Eddie van Halen beherrschen. „Am wichtigsten ist es, die Rockmusik zu lieben.“ Dann könne man auch Geld mit der Luftnummer verdienen. Das offizielle Ziel der Luftgitarrenspieler auf der Weltmeisterschaft ist aber nicht das Geld, sondern der Weltfrieden.

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