Neubau ist geplant

Luisenstraße 24: Abriss schon genehmigt

Die Tage der Schmuddelimmobilie sind gezählt. Sie soll einem Neubau mit Eigentumswohnungen weichen. Foto: fitzenberger
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Die Tage der Schmuddelimmobilie sind gezählt. Sie soll einem Neubau mit Eigentumswohnungen weichen.

Offenbach – Es ist ein ungewöhnlicher Anblick in der Innenstadt: Wer die Kreuzung Luisenstraße/Rathenaustraße passiert, schaut auf eine Immobilie, von der nur noch die Hülle steht. Von Matthias Dahmer

Türen und Fensterscheiben in dem gelb gestrichenen Mehrfamilienhaus, in dem längst niemand mehr wohnt, fehlen, der Zugang ist ungehindert möglich. Der unschöne Anblick könnte bald Geschichte sein. Die Abrissgenehmigung für die verfallene Immobilie liege vor, man warte nur noch auf die Genehmigung des Bauantrags, sagt Ensar Yanik vom Eigentümer Goldstein Immobilien GmbH. Auf dem Areal sollen seinen Angaben zufolge unter besserer Ausnutzung des Grundstücks – der Hof in der Luisenstraße soll verschwinden – zirka 22 Eigentumswohnungen entstehen. „Wir wollen die Ecke aufwerten“, so Yanik.

In den vergangenen Monaten sei das Haus ein Fall für Polizei und städtische Ämter gewesen, sagt Stadtsprecherin Kerstin Holzheimer. Unter anderem, weil Obdachlose die Gelegenheit genutzt hätten, um dort zu nächtigen. Zudem sei illegal Strom abgezapft worden und zeitweise habe das Gesundheitsamt wegen Ratten tätig werden müssen.

Ensar Yanik bestätigt, dass es Probleme mit Obdachlosen gegeben habe. Die seien vor allem deshalb angelockt worden, weil die zunächst vernagelten Fenster und Türen ihnen Aussicht auf eine warme Unterkunft geboten hätten. Mit dem Öffnen von Fenstern und Zugängen habe sich dieses Problem weitestgehend erledigt.

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Die Luisenstraße 24 war vor vier Jahren schon einmal in den Schlagzeilen: Die Energieversorgung Offenbach hatte im Februar 2015 die Leitungen zu der Liegenschaft gekappt, weil jahrelange Bemühungen, vom damaligen Eigentümer von neun der 13 Wohnungen Zahlungen zu erhalten, erfolglos geblieben waren. 30.000 Euro waren damals aufgelaufen. Der Eigentümer befinde sich in der Türkei und sei nicht greifbar, hieß es seinerzeit. 

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Auch wurde die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass es sich lediglich um einen Strohmann handelte. Auf der gesamten Anlage, die Anfang der 80er Jahre gebaut wurde, lasteten Grundschulden von 890.000 Euro.

Unsere Zeitung hatte damals auch darüber berichtet, dass vier zahlungswillige Eigentümer keine Chance hatten, zumindest für ihre Anteile mit Wasser und Energie versorgt zu werden. Einer von ihnen war ein Familienvater, der die Wohnung erst im Februar günstig für 75 000 Euro von einer Offenbacher Anwältin erworben hatte, die an sie über eine Zwangsversteigerung gekommen war.

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